Künstliche Intelligenz ist in der Welt der Finanzwirtschaft angekommen. Schon heute sehen laut einer aktuellen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom 56 Prozent der Verbraucher:innen den Einsatz von ChatGPT eher als Chance denn als Risiko. Und jede:r Vierte (27 Prozent) könnte sich vorstellen, einer KI künftig den Großteil der eigenen Finanzentscheidungen zu überlassen.Anzeige

In diese Gemengelage passt die Meldung, dass OpenAI daran arbeitet, ChatGPT künftig den direkten Zugriff auf Bank- und Depotdaten der Nutzer:innen zu ermöglichen – natürlich nach ausdrücklicher Freigabe durch die Kund:innen selbst. Die technische Grundlage dafür sind „Agentic Finance“-Ansätze. Demnach soll die KI nicht mehr nur allgemeine Fragen beantworten, sondern aktiv persönliche Finanzdaten analysieren können. So lassen sich Ausgaben bewerten, Sparpotenziale erkennen und Portfolios überwachen. Auch konkrete Handlungsempfehlungen sind möglich, bei denen sich allerdings ChatGPT haftungstechnisch aus der Affäre ziehen wird.

Noch bezieht sich das ausschließlich auf Leserechte. Mittelfristig wäre es aber auch möglich, dass Kund:innen ihre KI anweisen, eine bestimmte Rechnung zu bezahlen, das Tagesgeld von Konto A in ein Festgeld bei Bank B zu überführen oder zu überwachen, wenn eine Aktie einen bestimmten Wert unter- oder überschreitet. Denkbar ist zudem, dass die KI am Quartalsende erklärt, dass man wieder besonders viel Geld für Restaurantbesuche ausgegeben hat oder darauf hinweist, dass man das geplante Urlaubsbudget noch nicht komplett befüllt hat.Anzeige