Mit IPFire 2.29 – Core Update 202 schließt das Team der freien Firewall-Distribution mehrere Sicherheitslücken im Linux-Kernel, aktualisiert OpenVPN auf Version 2.7 und liefert zahlreiche weitere Sicherheits- und Paketupdates.

Kernel-Lücken Dirty Frag und Copy Fail

Im Zentrum steht ein Rebase auf Linux 6.18.32. Damit behebt IPFire unter anderem die kürzlich bekannt gewordenen Lücken Dirty Frag (CVE-2026-43284) und Copy Fail (CVE-2026-31431). Beide erlauben lokalen Nutzern eine Rechteausweitung bis hin zu root. Dirty Frag steckt im ESP/IPsec-Code des Kernels. Encapsulating Security Payload (ESP) ist ein zentraler Baustein vieler IPsec-VPNs. Über die Lücke können sich unprivilegierte lokale Nutzer unter bestimmten Bedingungen höhere Rechte verschaffen.

Copy Fail betrifft das Krypto-Subsystem rund um AF_ALG und das Modul algif_aead. AF_ALG bietet Anwendungen direkten Zugriff auf kryptografische Funktionen des Kernels. Verwundbar sind potenziell alle Linux-Distributionen mit Kerneln seit 2017.

Das Projekt ordnet die praktische Angriffsfläche auf typischen IPFire-Systemen allerdings als gering ein: Beide Lücken setzen lokalen Zugriff mit einem unprivilegierten Konto voraus, und IPFire richtet standardmäßig keine regulären Shell-Zugänge für normale Nutzer ein. Dennoch verweisen die Entwickler auf das Prinzip „Defence in Depth“ und raten unabhängig von der konkreten Ausnutzbarkeit zum Update.