DatenanalyseTankrabatt kommt nur bei Diesel nicht vollständig an – der tägliche Spritpreis-Check für DeutschlandDer Tankrabatt soll Sprit billiger machen. Der NZZ-Tracker misst täglich, um wie viele Cent er die Preise tatsächlich senkt.26.05.2026, 15.21 Uhr3 LeseminutenSeit dem 1. Mai verzichtet der deutsche Staat auf einen Teil der Steuer auf Kraftstoffe. Doch niedrigere Steuern bedeuten nicht automatisch niedrigere Preise an deutschen Zapfsäulen. Entscheidend ist, ob Mineralölkonzerne und Tankstellen die Entlastung weitergeben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die NZZ zeigt auf Basis von Berechnungen des Ifo-Instituts, wie stark der Tankrabatt die Preise für Diesel und Super E5 bisher gedrückt hat. In Kombination mit der geringeren Umsatzsteuer beträgt die Entlastung rund 17 Cent je Liter. Bei vollständiger Weitergabe müssten die Preise an den Tankstellen also entsprechend sinken. Die folgende Grafik zeigt, wie weit Diesel und Super E5 davon entfernt sind.Bei Diesel fiel die Weitergabe des Tankrabatts zunächst schwächer aus als bei Super E5. Das kann mehrere Gründe haben. Diesel wird in Deutschland stärker importiert; ein Teil des nach Einführung des Rabatts verkauften Kraftstoffs dürfte laut den Ifo-Ökonomen noch mit der alten Steuer belastet gewesen sein. Zudem schwanken Kraftstoffpreise auch unabhängig vom Tankrabatt, etwa wegen Ölpreisen, Beschaffungskosten und Nachfrage.Deshalb lässt sich die Wirkung der Steuersenkung nicht mit einem einfachen Vorher-nachher-Vergleich messen. Wenn der Dieselpreis nach dem 1. Mai sinkt, kann das am Tankrabatt liegen – aber auch an fallenden Ölpreisen oder anderen Marktfaktoren.Das Ifo-Institut vergleicht deshalb die Preisentwicklung in Deutschland und Frankreich. Ohne Tankrabatt hätten sich die deutschen Preise nach dem 1. Mai ähnlich entwickeln sollen wie die französischen. Aus der Veränderung der Preisdifferenz lässt sich ableiten, wie viel vom Tankrabatt an den Zapfsäulen angekommen ist. Die Ergebnisse werden an jedem Werktag aktualisiert und spiegeln die Entwicklung bis zum Vortag wider.So viel zahlen Autofahrer derzeit für Super und DieselZiel des Tankrabatts war es, die stark gestiegenen Spritpreise zu dämpfen. Seit Beginn des Iran-Kriegs hatten sich Diesel und Benzin deutlich verteuert. Super E5 lag im Frühjahr zeitweise wieder in der Nähe der Preisspitzen aus dem Jahr 2022. Seit Anfang Mai ist der Preis zwar gefallen. Für Autofahrer bleibt Benzin aber deutlich teurer als vor Beginn der Krise.Bei Diesel ist die Lage noch angespannter. Der Kraftstoff hatte sich im Frühjahr besonders stark verteuert und lag zeitweise sogar über dem alten Rekord aus dem März 2022. Auch hier sind die Preise seit Beginn des Tankrabatts gesunken. Der Rückgang sagt aber allein noch nicht, ob die Steuersenkung vollständig weitergegeben wurde.Grundlage der Grafiken sind die gemeldeten Preise der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts. Für jede Tankstelle wird zunächst ein zeitlich gewichteter Tagesdurchschnitt berechnet; daraus ergibt sich der bundesweite Mittelwert. Die hellen Linien zeigen den Bereich zwischen den besonders günstigen und den besonders teuren Tankstellen.Die Bundesregierung hat den Tankrabatt beschlossen, um Autofahrer kurzfristig zu entlasten. Die Energiesteuer auf Diesel und Benzin wird dafür befristet gesenkt. Der Rabatt gilt zunächst bis Ende Juni. Dem Staat entgehen dadurch laut Gesetzentwurf rund 1,6 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.Der Tankrabatt kann Sprit kurzfristig billiger machen. Ob er sein Ziel erreicht, zeigt sich aber nicht allein an sinkenden Preisen. Entscheidend ist, ob Diesel und Benzin ungefähr um den Betrag günstiger werden, auf den der Staat verzichtet. Die Daten zeigen: Bei Benzin wurde der Rabatt in den vergangenen Wochen weitgehend weitergegeben – anders als bei Diesel.Passend zum Artikel
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