Wenn die Luft über dem Wasser flimmert und der Asphalt fast schon weich wirkt, bedeutet das, der Sommer ist da und mit ihm auch die Saison der Freibäder, Badeseen und lauen Sommernächte am Ufer des Geiseltalsees. Alle Sonnenanbeter können sich freuen, denn der nördliche Bereich des Geiseltalsees ist ab sofort offiziell für Wassersport und touristische Nutzung freigegeben.

Mit einer symbolischen Banddurchtrennung haben Landrat Hartmut Handschak (parteilos), Vertreter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sowie die Bürgermeister der Anrainergemeinden den letzten bislang gesperrten Abschnitt eröffnet. Damit ist der Geiseltalsee nun vollständig touristisch nutzbar.

Wo früher Bagger standen, fahren heute Segelboote

Die Freigabe gilt als weiterer Meilenstein in der Entwicklung eines der größten künstlichen Seen Deutschlands – und als sichtbares Zeichen des Strukturwandels im Saalekreis. Über 300 Jahre wurde im Gebiet des heutigen Sees Braunkohle gefördert. Am 30. Juni 1993 endete der Bergbau, danach begann die schrittweise Umgestaltung der Landschaft.

Zwischen 2003 und 2011 wurde das ehemalige Tagebaugebiet geflutet. Schon früh entstanden hier erste touristische Strukturen: 2012 wurde der Bereich um die Marina Mücheln freigegeben, es folgten Erweiterungen 2014 und 2017. Mit dem nun abgeschlossenen Verfahren ist auch der nördliche Seeteil offiziell zugänglich geworden. Nach mehreren Jahren Abstimmung zwischen Kommunen, Naturschutzbehörden und LMBV.