Am 26. Mai 1951 wurde auf der Warnow-Werft in Rostock-Warnemünde der erste Stahlschiffneubau der DDR getauft. Der Zweimaster erhielt den Namen „Wilhelm Pieck“ – nach dem damaligen DDR-Staatspräsidenten, dem das Schiff zum 75. Geburtstag geschenkt wurde. Finanziert wurde der Bau nach einem Aufruf an die Bevölkerung durch Spenden von mehr als einer Million DDR-Mark, initiiert von Werftarbeitern in Warnemünde und Stralsund. In Dienst gestellt wurde das Schiff am 2. August 1951.

Pieck übergab den Rahsegler offiziell der DDR-Jugend. Künftige Seeleute sollten dort ausgebildet werden, „durchdrungen vom Geiste des Friedens und der Völkerverständigung“, wie es in seiner Übergaberede hieß. 1954 ging das Schiff an die „Gesellschaft für Sport und Technik“ über und wechselte in seinen neuen Heimathafen Greifswald-Wieck. Hauptsächlich war es auf der Ostsee unterwegs und steuerte Häfen in Polen und der Sowjetunion an. Die längste Fahrt führte 1957 bis nach Odessa am Schwarzen Meer.

Nach 1990 wollte die Treuhandanstalt das Schiff verkaufen. Eine Bürgerinitiative unter dem Motto „Das Schiff bliwt hier“ erreichte, dass der Rahsegler für den symbolischen Preis von einer Mark an die Hansestadt Greifswald überging. Umbenannt in „Greif“, wurde der Zweimaster modernisiert und befuhr fortan auch Häfen in Dänemark und Schweden. Das Schiff ist als „bewegliches Kulturdenkmal“ in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.