Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist am Dienstag nach Litauen gereist, um mit den baltischen Staats- und Regierungschefs über die eskalierende Drohnenkrise zu beraten. Vor dem Besuch hatte von der Leyen betont: Eine Bedrohung eines Mitgliedstaats sei eine Bedrohung der gesamten Union. Vor dem Besuch erklärte sie zudem, Russlands Drohungen gegen die baltischen Staaten seien „völlig inakzeptabel“. Auch EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius reiste in die litauische Hauptstadt.Auslöser ist eine Serie von Drohnenvorfällen, die das Baltikum in den vergangenen Wochen in Alarmbereitschaft versetzt hat. Vergangenen Mittwoch wurde in Litauen Luftalarm ausgelöst, nachdem eine verirrte Drohne nahe der Grenze zu Belarus gesichtet worden war. Die Nato-Luftüberwachungsmission wurde umgehend aktiviert. Die litauische Staatsspitze brachte sich vorübergehend in Schutzräume.

Es war nicht der erste Vorfall. Anfang Mai hatte es zwei Abstürze ukrainischer Drohnen, die Ziele in Russland ansteuern sollten, über einem leer stehenden Öldepot in Lettland gegeben. Dabei wurden die Drohnen nicht abgefangen und das Militär konnte die Sicherheit von Zivilisten bei einem Abschluss nicht garantieren. Der Zwischenfall löste daraufhin eine politische Krise aus, die zum Zusammenbruch der lettischen Regierungskoalition führte. In Estland schoss ein Nato-Kampfjet vergangene Woche eine Drohne im estnischen Luftraum ab.