An den stillen Armen der Alten Oder wird das kleine Oderberg im Barnim im Juni erneut zum Schauplatz eines ungewöhnlichen Kunst- und Kulturfestivals. Die „Rathaus-Spiele Oderberg“ verwandeln das seit 2008 leer stehende Rathaus der Stadt vom 6. bis 28. Juni in einen Ort für Theater, Performance, Debatten, Konzerte und Begegnungen – und eröffnen dort die „Botschaft der Oder“.
Das rund 70 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegene Oderberg verstrahlt den morbiden Lost-Place-Charme einer vor sich hin bröckelnden und aus der Zeit fallenden Kleinstadt. Ein paar Künstler und Berliner Aussteiger versuchen, dem beschaulich gelegenen Ort mit den Rathaus-Spielen neues Leben einzuhauchen. Nicht als neokolonialistisch-hedonistisches Großstadtprojekt, sondern als ein echtes ortsverbundenes Festival, das lokale und überregionale Akteure zusammenbringt. Kuratiert wird diese Mischung aus Kunstaktion, sozialem Experiment und politischem Forum von dem Theatermacher Heiko Michels und der bildenden Künstlerin Paula Bogati.
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In diesem Jahr steht die „Botschaft der Oder“ im Mittelpunkt. Zum „Botschafter“ wurde der Autor und Journalist Uwe Rada berufen, der sich seit Jahrzehnten mit der Oder als Kultur- und Grenzfluss beschäftigt und dem Fluss ein Porträt gewidmet hat. In zwei Räumen des alten Rathauses richtet er eine begehbare Installation ein: mit Oder-Literatur, Klangaufnahmen, Zitaten aus zehn Jahrhunderten und einem Telefon ins tschechische Bohumín, das einst ebenfalls Oderberg hieß. Besucher können dort „mit dem Fluss ins Gespräch kommen“, Postkarten schreiben oder gemeinsam mit Rada „Oder-Sounds“ am Flussufer aufnehmen.











