Die Autozulieferer in Thüringen sehen trotz einer gestiegenen Investitionsbereitschaft keine dauerhafte Erholung ihrer wirtschaftlichen Lage. Das geht aus der Frühjahrsumfrage des Branchenverbands „Automotive Thüringen“ hervor, für die rund 200 Unternehmen befragt wurden. Demnach rechnen 45 Prozent der Betriebe mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl, 39 Prozent erwarten sinkende Umsätze. Nur 17 Prozent gehen von steigenden Umsätzen aus.
Als Gründe für die anhaltend schwierige Situation nennt der Verband hohe Energiepreise, bürokratische Belastungen und eine unsichere Auftragslage. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen erwarten der Umfrage zufolge einen Anstieg der Energiekosten um über zehn Prozent. Hinzu kommen gestörte globale Lieferketten sowie steigende Material- und Rohstoffkosten, die sich nur in geringem Umfang an die Autohersteller weitergeben ließen.
Autozulieferer
Krisengespräch mit VW: Insolvente Zulieferer Bohai und Schlote arbeiten weiter
Parallel dazu stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im ersten Quartal in Europa um 4,1 Prozent und in Deutschland um 5,2 Prozent, wie der Branchenmonitor des Verbands ausweist. „Auffällig sind die enorm gestiegenen Neuzulassungszahlen von Opel und Vauxhall mit einem Plus von 17,8 Prozent“, sagte der Geschäftsführer von Automotive Thüringen, Rico Chmelik. Volkswagen, ein wichtiger Abnehmer der Thüringer Zulieferer, verzeichnete dagegen ein Minus von fünf Prozent. Bei Umsatz und Beschäftigung der Zulieferer zeigt sich kein einheitliches Bild. „Nur ein kleiner Kreis von Unternehmen kann hier Zuwächse vermelden, die Mehrzahl liegt im Minusbereich“, sagte Chmelik.









