Eine grüne Verpackung, ein aufgedruckter roter Apfel und ein Strohhalm – eigentlich sieht das Saftpaket-Emoji harmlos aus: 🧃. Was also hat das nette Bildchen mit Antisemitismus zu tun? Diese Frage könnte man wohl auch der Brandenburger AfD-Politikerin Peggy Lindemann stellen. Im Februar 2026, kurz nach der Veröffentlichung zahlreicher Dokumente zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, teilte sie auf sozialen Medien ein Kurzvideo. Darin war von einer als »Elite-🧃« bezeichneten Menschengruppe die Rede, die Kinderblut trinke.
In diesem Kontext stellt das Saftpaket kein harmloses Getränk dar. Seine Verwendung spielt mit Mehrdeutigkeit und greift die phonetische Ähnlichkeit der englischen Wörter juice (Saft) und Jews (Juden) auf. »Elite-🧃« kann dann also als »Elite-Juden« oder »jüdische Elite« gelesen werden.
In dem von Lindemann geteilten Video wird zudem ein »Maler aus Österreich« erwähnt, der vor der angeblich bluttrinkenden Elite gewarnt habe. Bei dem »Maler« handelt es sich um eine in rechtsextremen Kreisen geläufige Referenz auf Adolf Hitler. Für sich bleiben beide Anspielungen zwar vage, im Zusammenspiel aus Saftpaket und Maler eröffnet sich jedoch eine neue antisemitische Lesart. Die zu entschlüsselnde Aussage: Hitler und die Nazis lagen mit ihrem Judenhass nicht falsch.









