Der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan hat die Wiedereröffnung der Bahnstrecke Akhalkalaki-Kars für den armenischen Außenhandel verkündet. Die Verbindung führt vom armenischen Schienennetz nordwärts ins georgische Akhalkalaki und von dort westwärts in die ostanatolische Stadt Kars. Damit erhält Armenien erstmals seit 32 Jahren wieder einen direkten Bahnanschluss an die Türkei und über diese an das europäische Schienennetz.

Die ursprüngliche Trasse stammt aus sowjetischer Zeit und war zuletzt 1993 in Betrieb. Ihre Schließung stand im Zusammenhang mit dem armenisch-türkischen Grenzkonflikt und dem ersten Krieg um Bergkarabach. Ankara hatte die Grenze damals zur Unterstützung Aserbaidschans geschlossen.

Seit der Unabhängigkeit Armeniens 1991 bestehen zwischen beiden Ländern keine formellen diplomatischen Beziehungen. Belastet wurde das Verhältnis zusätzlich durch Armeniens internationale Kampagne, die Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich von 1915 als Völkermord anerkennen zu lassen – ein Begriff, den Ankara zurückweist.

„Ich freue mich, bekannt geben zu können, dass die Bahnstrecke Akhalkalaki-Kars, ebenso wie die aserbaidschanische Bahnverbindung, nun für Exporte aus Armenien und Importe nach Armenien geöffnet ist“, schrieb Paschinjan auf X. Er dankte den Partnern in der Türkei und in Georgien und bezeichnete den Schritt als „großes Ereignis im wirtschaftlichen Leben unseres Landes“. Armenien könne nun per Schiene nicht nur Russland über Georgien und Aserbaidschan erreichen, sondern auch europäische Märkte über die Türkei.