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Chappaz, 36, ist Botschafterin für Digitales und künstliche Intelligenz im Auftrag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und gerade mit einem umstrittenen Projekt betraut – sie soll eine Regelung umsetzen, die vorsieht, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren keine sozialen Medien mehr nutzen dürfen. Macron hat es sich in seiner letzten Amtsphase zur Aufgabe gemacht, dass Europa unabhängiger von US-Techkonzernen wird und Minderjährige vor den Gefahren des Internets geschützt werden. Schon seit dem vergangenen Jahr sind Pornoseiten in Frankreich nur noch nach einer Altersverifikation zugänglich. Chappaz, die in Harvard studiert und in mehreren Start-ups gearbeitet hat, soll die Agenda des Präsidenten vorantreiben.
SPIEGEL: Frau Chappaz, Frankreich plant ein Gesetz, das Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verbietet. Wäre es nicht konsequenter, die ganze Gesellschaft auf digitale Schonkost zu setzen?
Chappaz: Es geht mir nicht darum, das digitale Leben zu verteufeln. Aber Kinder sind verletzlich und müssen vor Schaden bewahrt werden, auch online. Soziale Netzwerke beeinträchtigen die kognitive und soziale Entwicklung von jüngeren Menschen, das ist durch viele Studien belegt. Versagen die Plattformen, muss der Staat einspringen.






