Cademartori organisierte seine Unterstützer:innen und war da schon bestens vernetzt, zumal bei den damals programmatisch am rechten Parteirand einzuordnenden Landesjusos. Die Mannheimer Stadträtin trommelte mächtig und erfolgreich, brachte Parteipromis wie Ute Vogt oder Katja Mast auf Castelluccis Seite. Erstmals spielten soziale Medien eine zentrale Rolle in dem innerparteilichen Machtkampf. Der sei "den zivilisatorischen Standards entglitten", rüffelte die "Stuttgarter Zeitung".

Breymaier gewann so knapp, dass sie gehen musste, aber ihrem Kontrahenten misslang der Griff nach dem Vorsitz. Der Verdacht war zu ausgeprägt, er und seine Truppe wollten weiter an den ohnehin schon tiefen Gräben im Landesverband graben, anstatt sie zuzuschütten. Andreas Stoch bewarb sich als Alternative und wurde vom Parteitag in Sindelfingen zum Landesvorsitzenden gewählt – mit ganzen acht Stimmen Vorsprung. Als Kultusminister im grün-roten Kabinett von Winfried Kretschmann galt auch Stoch sehr wohl als mitverantwortlich für die Landtagswahlpleite von 2016, als seine Partei von 23 auf nicht einmal 13 Prozent abstürzte.

Heute nimmt Cademartori für sich in Anspruch, gerade aus dieser Spaltungerfahrung die richtigen Lehren gezogen zu haben. "Wir wollen den Laden doch nicht zu machen", sagt sie im Kontext-Gespräch und sieht gute Chancen, gerade gemeinsam mit Mesoarosch für "die notwendige größere Sichtbarkeit der SPD" selbst bei magerem Wahlergebnis zu sorgen.