Immer mehr Unternehmen zwingen ihre Teams zurück ins Büro – ohne sich zu fragen, welche Bedingungen es braucht, damit Menschen dort gern zusammenkommen. Keine wirklich gute Idee, findet unser Autor.
26.05.2026, 06.57 Uhr
Am allerliebsten fahre ich mit dem Rad in die Redaktion. Ich liebe es, meine Gedanken schweifen zu lassen, während ich an einem der Elbe-Seitenarme entlangfahre, die auf meinem Weg zur Arbeit liegen. Vielleicht ist es das ruhige Pedalieren – aber nicht selten habe ich auf genau dieser Strecke die besten Ideen.
Neulich musste ich dennoch mal das Auto nehmen und stand – wie Tausende andere Hamburgerinnen und Hamburger – im Stau. Es gibt ja Menschen, die behaupten, auch dort Freude zu finden. Etwa indem sie die Pendelzeiten zum Telefonieren nutzen. Ich gehöre nicht zu ihnen. Ich fühle mich im Auto eingesperrt und blicke dann sehnsüchtig auf die, die draußen sind (ja, auch im Winter und wenn es regnet).An dieses Gefühl musste ich denken, als ich in unserer neuen Ausgabe den Artikel „Der Mensch soll im Mittelpunkt stehen? Dann sollten Sie Ihren Standort überdenken“ von meinem Journalistenkollegen Peter Lau gelesen habe.
Peter und ich kennen uns schon viele Jahre. Er lebt, anders als ich, mitten in der Stadt und liebt es, wenn im Sommer im Hof direkt unter seinem Schlafzimmerfenster eine zufällige Lesung stattfindet. Ich erzähle Ihnen das nicht nur, weil ich ein Fan von Peters Texten bin, sondern auch, weil Wohnen etwas sehr Privates ist, zugleich aber großen Einfluss darauf hat, wie zufrieden wir morgens bei unserer Arbeitsstätte ankommen.






