PfadnavigationHomeSportFußballPaderborns AufstiegsfeierPlatzsturm in Neigungsgruppen und „ab Mitternacht: alle oben ohne“Stand: 01:03 UhrLesedauer: 3 MinutenAlles in Ordnung: In Paderborn lief der Platzsturm nach dem Bundesliga-Aufstieg überraschend kontrolliert abQuelle: Swen Pförtner/dpaDer SC Paderborn feiert seinen dritten Aufstieg in die Bundesliga auf ostwestfälische Art. Auch im Erfolg betont die Mannschaft ihre Geschlossenheit. Trainer Kettemann will vier Tage hintereinander „einen durch den Tisch treten“.Als das 2:1 nach Verlängerung gegen den VfL Wolfsburg und damit der dritte Bundesliga-Aufstieg in der Geschichte des SC Paderborn mit dem Abpfiff endlich perfekt war, feierten die Spieler mit den Fans auf dem Rasen, die organisiert den Platz stürmen durften. Kontrolliert wurde eine Tribüne nach der anderen ganz offiziell in den Innenraum gebeten – Platzsturm auf ostwestfälische Art.„Kommt auf den Rasen, feiert mit uns, Paderborn ist in der ersten Liga!“, rief der Stadionsprecher nach der gewonnenen Relegation. Ruben Müller kämpfte da schon mit den Gefühlen. „Ich hab nur geweint, ich konnte meine Emotionen nicht unter Kontrolle halten“, sagte der Paderborner bei Sat.1 über die Momente nach dem Schlusspfiff. „Heute sind wir alle Feierbiester“, kündigte Torhüter Dennis Seimen im Sky-Interview an. Und Sven Michel ergänzte: „Heute Abend, das wird sehr lang, bis morgen und noch viel länger.“Lesen Sie auchRoutinier Michel, der in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit nur den Pfosten getroffen hatte, kündigte eine rauschende Party an. Er werde den Trainer notfalls ins Krankenhaus bringen – und auch wieder abholen, sagte er augenzwinkernd.Kettemann: „Einen durch den Tisch treten“Ralf Kettemann hatte sich nach dem Triumph über den großen Favoriten zunächst zurückgezogen. „Ich hatte kurz Ruhe gebraucht. Es ist wirklich sehr intensiv, so tough, surreal. Ich wollte mir den Moment gönnen, um einfach mal durchzuatmen“, sagte der Aufstiegstrainer am Sky-Mikrofon und stellte die Bedeutung heraus: „Heute waren vier Spieler in der Startaufstellung, die zuvor gar nicht in der Zweiten Liga gespielt haben.“Ob und wie es gelingen kann, die bevorstehende Bundesligasaison mit dem Klassenerhalt zu beenden, wird vor allem im Sommer beantwortet. „Ohne jetzt zu krass in die Zukunft zu schauen: Aufgestiegen ist der Verein schon zweimal, aber drin geblieben noch nicht. Da müssen wir schauen, dass wir gute Entscheidungen treffen“, so Kettemann, der gedanklich zunächst in der Gegenwart bleiben wollte: „Die wichtigste Entscheidung ist, dass wir heute einen durch den Tisch treten. Und morgen auch. Und übermorgen wahrscheinlich auch. Und überübermorgen wahrscheinlich auch noch mal. Das ist die wichtigste Entscheidung erst mal.“Lesen Sie auchPaderborn feiert. Für Dienstag ist ein Empfang im Rathaus geplant, und auch darüber hinaus werden die Tage für den Zweitligadritten im Zeichen von Feierlichkeiten und Belohnung stehen. „Es ist unglaublich. Jeder Einzelne, der da oben steht, hat sich das verdient. Unfassbar geile Truppe“, sagte Mika Baur, der ausgewechselt werden musste: „Alles hat dicht gemacht. Ich bin ein bisschen sauer auf meinen Körper, aber egal. Jeder Muskel hat gekrampft.“Baur verriet auch, dass innerhalb der Mannschaft eine Vorgabe für die anstehenden Feierlichkeiten ausgegeben worden war: „Alle oben ohne.“ Allerdings erst ab Mitternacht, wie Ralf Kettemann später ergänzte.lwö