In Halle (Saale) verwandelt sich die Innenstadt Ende Mai in eine temporäre Kunstgalerie unter freiem Himmel. Im Rahmen des Projekts „Kunst für das Land – LA-Vibes in Halle“ werden großformatige Plakatarbeiten und Installationen internationaler Künstlerinnen und Künstler an zentralen Orten im Stadtgebiet gezeigt – darunter Hauptbahnhof, Robert-Franz-Ring und Universitätsring.

Die Arbeiten treten dabei bewusst aus dem klassischen Ausstellungsraum heraus und werden Teil des Stadtraums. Werbeflächen und Fassaden werden zeitweise zu Bildträgern zeitgenössischer Kunst, die Passantinnen und Passanten im Alltag begegnet. Initiiert wird das Projekt vom Verein Villa Aurora & Thomas Mann House in Kooperation mit der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Nach einem Auftakt in Berlin ist Halle die erste Station in Mitteldeutschland, weitere Orte wie Bitterfeld-Wolfen, Cottbus und Frankfurt (Oder) sollen folgen. Ziel ist es, zeitgenössische Kunst außerhalb klassischer Ausstellungsräume sichtbar zu machen und neue Formen der Begegnung im Stadtraum zu schaffen.

Kunst trifft Stadtraum

Die gezeigten Arbeiten entstanden im Rahmen von Arbeitsaufenthalten der beteiligten Künstlerinnen und Künstler in Los Angeles. Ausgangspunkt sind Eindrücke aus der US-Metropole – von urbaner Hektik, Lichtstimmungen und Filmgeschichte bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Spannungen. Die Arbeiten greifen dabei unterschiedliche Themen auf – von politischen Spannungen über gesellschaftliche Fragen bis hin zu persönlichen Erinnerungsräumen. Der hallesche Bildhauer Marc Fromm etwa zeigt an der Kunststiftung eine Weiterentwicklung seines Motivs „Winkekatzen“, das er mit dem Bild eines Panzers kombiniert. Die Installation beschäftigt sich mit der Wiederholung historischer Muster und der Frage, wie Macht und Sicherheit inszeniert werden.