Am „Tag der vermissten Kinder“ rücken bundesweit ungeklärte Vermisstenfälle von Minderjährigen in den Fokus der Öffentlichkeit. Auch in Sachsen-Anhalt wird der Anlass genutzt, um auf offene Fälle aufmerksam zu machen und neue Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten. Darunter auch der seit 2015 ungeklärte Fall der damals fünfjährigen Inga Gehricke aus Schönebeck.

Der Aktionstag findet jedes Jahr am 25. Mai statt und wurde von internationalen Organisationen wie der Internationalen Kommission für vermisste Personen und dem European Network of Missing Persons ins Leben gerufen. Ziel ist es, das Thema vermisste Kinder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, die internationale Zusammenarbeit zu fördern und Angehörige zu unterstützen. Weltweit wird der Tag auch als „International Missing Children’s Day“ begangen. In Deutschland beteiligen sich Polizei und Bundeskriminalamt regelmäßig mit Fahndungsaufrufen, Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit.

Tausende Vermisstenmeldungen pro Jahr

Nach Angaben des Bundeskriminalamts werden in Deutschland jährlich rund 15.000 bis 20.000 Vermisstenfälle von Kindern und Jugendlichen registriert. Die große Mehrheit der Fälle klärt sich jedoch schnell: Laut Polizei werden etwa 96 bis 97 Prozent innerhalb kurzer Zeit wieder aufgeklärt. Häufig handelt es sich um sogenannte Ausreißer, Konflikte im familiären Umfeld oder Fälle, in denen Kinder ihren Aufenthaltsort kurzfristig selbstständig verlassen.