Michelle Hunziker verteidigt Thomas Gottschalk und «Wetten, dass . . .» gleich mit«Ich hab ihn lieb», sagt das italienische Showgirl mit Schweizer Wurzeln über den deutschen Entertainer – und zieht damit einen versöhnlichen Schlussstrich unter eine erhitzte Kulturdebatte.25.05.2026, 09.11 Uhr3 Leseminuten«Ich habe mich vom ersten Tag an gut mit ihm gefühlt. Gerade weil er so unangepasst war und die Show einfach gerockt hat», sagt Michelle Hunziker über Thomas Gottschalk.Patrick Seeger / EPAThomas Gottschalk gehört zu den ganz Grossen der deutschsprachigen TV-Unterhaltung. Er sass mit Weltstars für «Wetten, dass . . .» auf dem Sofa, liess Menschen auftreten, die mit verbundenen Augen verschiedene Mineralwasser am Geschmack erkennen konnten, warb für Gummibärchen und ätzte gemeinsam mit dem deutschen Komiker Mike Krüger im Podcast «Die Supernasen» über Showkollegen. Er verliess seine erste Frau für eine Jüngere, litt öffentlich ein bisschen darunter und zeigte dann in jeder Klatschpostille «sein neues Liebesglück».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Frauen «rein dienstlich angefasst»Kurz: Jahrzehntelang konnte sich der Mann mit dem blonden Krauskopf und der grossen Nase alles leisten. Doch dann änderten sich die Zeiten, und Altherrenwitze fielen aus der Mode. Gottschalk geriet in Verruf. Seine Kritikerinnen erinnerten sich daran, dass er einmal das verletzte Knie der Schauspielerin Iris Berben tätschelte, ein anderes Mal das Kleid der amerikanischen Sängerin Beyoncé berührte, als ihr Mikrofon verrutschte. Dazu kam sein loses Mundwerk.Vor ein paar Jahren fand sich der letzte Grossmeister unter den deutschen Showmastern überrascht in einem mittleren Shitstorm wieder. Dass er in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» treuherzig versicherte, er habe die Frauen «rein dienstlich» angefasst, half nicht viel. Gottschalk war plötzlich passé. Ein alter Mann, der aus der Zeit gefallen war.Es folgten ein paar verwirrte Moderationen bei Galas. Bei der Bambi-Verleihung 2025 in München verhaspelte er sich und hielt dann eine wirre Laudatio auf Cher. Sie sei, sagte er, nachdem er erst eine andere Frau für den amerikanischen Superstar gehalten hatte, die einzige Frau, die er im Leben jemals ernst genommen habe. Gottschalk wurde – wohl zum ersten Mal in seinem Leben – ausgebuht.Wenig später machte Gottschalk öffentlich, dass er an Krebs erkrankt sei und unter dem Einfluss starker Medikamente gestanden habe. Er zog sich aus dem Showgeschäft zurück, und es wurde ruhig um ihn.«Habe nie kommentiert, wenn er mal einen nicht ganz richtigen Satz gesagt hat»Lange wurde spekuliert, ob auch seine zeitweise Co-Moderatorin, Michelle Hunziker, unter Gottschalks professioneller Frauenanfasserei leiden musste. Doch das italienische Showgirl mit den Berner Wurzeln schwieg. Nun hat Hunziker sich doch noch geäussert, und zwar mit einer Liebeserklärung: «Ich habe Thomas lieb. Ich habe ihn so lieb, dass ich es nie kommentiert habe, wenn er vielleicht mal einen nicht ganz richtigen Satz gesagt hat. Und ich werde ihn auch weiterhin liebhaben. Weil ich weiss, was für eine tolle Zeit wir zusammen erlebt haben», sagte sie laut der Presseagentur DPA in einem Interview der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Wenn sie sich sähen, sei es immer schön. Vor kurzem habe sie ihn getroffen und sei sehr froh gewesen, ihn umarmen zu können.Ihr Fazit: «Ich kannte die Show als Gast, war dankbar und habe mich vom ersten Tag an gut mit ihm gefühlt. Gerade weil er so unangepasst war und die Show einfach gerockt hat.»Zweieinhalb Jahre nach dem letzten «Wetten, dass . . .» mit Thomas Gottschalk und ein halbes vor der Neuauflage (mit den Kaulitz-Brüdern) zieht sie damit einen versöhnlichen Schlussstrich unter eine erhitzte Kulturdebatte.Passend zum Artikel