Den Gedanken an das Abstiegsendspiel entfloh Dieter Hecking für einen Moment. Als Fußballfans am Samstag über den Dreifachtorschützen Harry Kane und die Bayern staunten, schaltete er in der grünen Lunge Niedersachsens ab. »Ich war auf der Landesgartenschau«, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg, »ich habe nichts gesehen vom Pokalfinale.« Seine ganze Kraft braucht Hecking schließlich, um den Absturz der Wölfe in die 2. Liga noch irgendwie abzuwenden.Im Relegations-Rückspiel am Pfingstmontag (20.30 Uhr, TV: Sat.1 und Sky) beim Zweitligisten SC Paderborn liegt der Druck bei den Wolfsburgern. Nach dem 0:0 aus dem Hinspiel müssen sie in Ostwestfalen gewinnen, wenn der VW-Klub nicht erstmals aus der Fußball-Bundesliga absteigen soll. »Wir wollten das Finale. Jetzt spielen wir es. Und wir haben alle Möglichkeiten, die Klasse zu halten«, sagte Hecking, der sich bei der Pressekonferenz am Sonntag gelassen gab.

Als Hecking im März nach Wolfsburg zurückkehrte, stand der VfL noch vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Den direkten Abstieg verhindert und den Hauptkonkurrenten FC St. Pauli am letzten Bundesliga-Spieltag geschlagen zu haben, wertet er vor dem Relegations-Rückspiel als positive Erfahrung.»Genieße es, auch mal nicht an Fußball zu denken«Der 61-Jährige erzählte davon, wie er den Samstag mit seiner Familie in den Schaugärten Bad Nenndorfs verbrachte, anstatt aus dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart (3:0) mögliche Erkenntnisse für seine Mission Klassenerhalt abzuleiten.