PfadnavigationHomeSportFußballBundesligaVfB StuttgartDFB-PokalfinaleUnd nun? Der besondere Abschied des Alexander NübelStand: 13:14 UhrLesedauer: 4 MinutenHarry Kane hat die Bayern mit einem lupenreinen Hattrick in der zweiten Halbzeit zum Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart geschossen. „Ohne diesen Spieler wäre es für die Bayern schwer geworden“, berichtet WELT-Sportreporter Christian Beilfuß.Der VfB Stuttgart unterliegt im Finale des DFB-Pokals dem FC Bayern. Nach dem Spiel machen die Schwaben den Abgang Alexander Nübels offiziell. Und es kommt zu einer besonderen Begegnung zwischen dem Torwart und Manuel Neuer.Das Feiern ihrer Saison ließen sie sich trotzdem nicht komplett nehmen. Erst in den frühen Morgenstunden verließen Alexander Nübel und seine Kollegen am Sonntag die DFB-Pokal-Party des VfB Stuttgart im Club „Bricks“ am Berliner Gendarmenmarkt. Nach dem verlorenen Finale gegen den FC Bayern (0:3) waren die Stuttgarter Spieler zwar enttäuscht, blickten aber auch mit Stolz auf das Erreichen des Finals und der Champions League zurück. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth rief Nübel in der Nacht auf der Feier kurz zu sich, und umarmte den 29-Jährigen.Für den Torwart war es nach drei Jahren beim VfB sein letztes Spiel für die Stuttgarter. Das bestätigte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß an diesem besonderen Wochenende. Und wurde emotional: „Mit ihm hat es enorm Spaß gemacht. Und auch wenn wir uns dafür entschieden haben, ich werde ihn vermissen. Er ist ein Spieler, mit dem ich sehr gern gearbeitet habe und an den ich immer gern denken werde.“ Hoeneß sagte zudem: „Er hat in den vergangenen Jahren den VfB geprägt. Ein ganz sympathischer Mensch, der extrem beliebt war, auch bei den Fans.“Stuttgart setzt künftig aller Voraussicht nach auf Dennis Seimen. Den 20-Jährigen hatten die Schwaben zuletzt an den SC Paderborn verliehen. Er ist deutlich günstiger als Nübel, dem die Stuttgarter nach Ende des Leihgeschäfts mit den Bayern künftig das volle Gehalt hätten zahlen müssen. Es soll bis zu elf Millionen Euro betragen. Ein Kauf Nübels soll im Paket aus Ablöse (Marktwert laut „transfermarkt.de“: 12 Millionen Euro) und Gehalt derzeit zu kostspielig sein. Eine weitere Leihe gilt als unwahrscheinlich, weil Bayern am liebsten mit einem Verkauf Geld machen würde.Alexander Nübel trifft Mittwoch auf Manuel NeuerNübel geht also zurück zum FC Bayern – zumindest formell, sein Vertrag bei den Münchnern gilt bis Sommer 2029 plus Option auf ein weiteres Jahr. Der deutsche Fußball-Rekordmeister verkündete bereits, dass er kein Teil des Torwart-Teams sein wird. Der Torhüter muss einen neuen Klub finden. Nach der Niederlage im Finale gegen den FC Bayern wollte Nübel sich nicht öffentlich äußern.Seine Zeit beim VfB endete mit besonderen Momenten. Im Anschluss an das Finale feierten ihn die Stuttgarter Fans im Olympiastadion. Danach standen die Stuttgarter Spieler für die Gewinner aus München bei der Siegerehrung Spalier. Der verletzte Münchner Torwart Manuel Neuer grüßte auf dem Weg zum Siegerpodest vor der Tribüne Nübels Trainer Hoeneß sehr freundlich, klatschte mit ihm ab. Nübel stand daneben, zwischen ihm und Neuer war kein Abklatschen und kein kurzes Gespräch zu beobachten. Schon zuvor war Nübel beim Gang durch das Bayern-Spalier für die Stuttgarter mit Abstand an Neuer vorbeigegangen. Wohl kein Zufall. Es wirkte auf viele Beobachter, als würden sich beide in diesem Moment eher aus dem Weg gehen. Beim FC Bayern hatten die beiden dem Vernehmen nach längst nicht so ein entspanntes Verhältnis wie Neuer zu anderen Bayern-Torhütern in seiner bisherigen Zeit bei den Münchnern, zum Beispiel Sven Ulreich und Jonas Urbig.Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern gerade bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Er soll eine Art Mentoren-Rolle für Urbig übernehmen, um ihn als neue Nummer eins aufzubauen und mit dem Trainerteam zu entwickeln. Neuer reichte den DFB-Pokal bei der Siegerehrung an Urbig weiter, herzte ihn danach und ging mit ihm Arm in Arm zu den Fans. Sechs Jahre, nachdem sich Nübel bei seiner Bayern-Unterschrift Hoffnung gemacht hatte, in absehbarer Zukunft die Nummer eins in München werden zu können, hütet Neuer dort noch immer im Tor.Als Nübel im Sommer 2020 nach München wechselte, sahen sich Neuer und er als Konkurrenten. Neuer setzte sich durch, die Bayern verliehen Nübel zur AS Monaco, danach ging es zum VfB. In der vor einer Woche beendeten Bundesliga-Saison schaffte es Nübel auf Platz drei der Torhüter mit den meisten Spielen ohne Gegentor.Bereits am kommenden Mittwoch wird Nübel seinen Torwart-Kollegen Neuer wiedersehen. Dann trifft sich die Nationalmannschaft zur WM-Vorbereitung in Herzogenaurach. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt bei dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko auf Neuer als Nummer eins. Nübel ist mit Urbig der Ersatzmann.Lesen Sie auchUnd nach der WM? Noch hat Nübel keinen neuen Klub. Bayerns Sportvorstand Max Eberl sagte kürzlich: „Alex hat drei Jahre in Stuttgart Fantastisches geleistet. Und ich glaube, dass er gute Möglichkeiten hat, seine Karriere weiter voranzutreiben.“ Nach dem Pokaltriumph bestätigte er nun, dass Nübel keine Zukunft beim FC Bayern hat. „Wir haben eine sehr, sehr offene Kommunikation geführt. Natürlich hat sich Alex das etwas anders vorgestellt. Die Entscheidungen kann man aber treffen als FC Bayern“, sagte der 52-Jährige: „Wir haben eine sehr gute Entscheidung getroffen. Wir fühlen uns sehr wohl damit.“Julien Wolff ist Redakteur im Sportkompetenzcenter. Er berichtet für WELT seit vielen Jahren über den FC Bayern, die Nationalmannschaft sowie über Fitness-Themen. Er war Samstagabend beim Pokalfinale im Olympiastadion.
FC Bayern: Und nun? Der besondere Abschied des Alexander Nübel vom VfB Stuttgart - WELT
Der VfB Stuttgart unterliegt im Finale des DFB-Pokals dem FC Bayern. Nach dem Spiel machen die Schwaben den Abgang Alexander Nübels offiziell. Und es kommt zu einer besonderen Begegnung zwischen dem Torwart und Manuel Neuer.













