ZZur Frau machten mich Männer. Der Sportlehrer, der mich »zartes Reh« rief. Der große Bruder einer Mitschülerin, der sagte: »Für eine Frau bist du echt cool.« Der Kumpel, der mir grinsend auf den Po klatschte. Das habe er schon immer mal machen wollen. Ich lernte, ich bin anders als ihr. Scheinbar schwächer, scheinbar uncooler, scheinbar ein Körper, der kommentiert, begrapscht und beglotzt werden durfte. Ich lernte, mich in Acht zu nehmen, die Blicke zu ertragen, sie sogar als Kompliment zu sehen, und besser Männern nicht zu widersprechen, denn sie waren größer und stärker und mächtiger als ich. Für eine wie mich, eine Frau, galten andere Regeln. Mir dämmerte, dass ich ein anstrengenderes Geschlechterlos gezogen hatte. Schade. Anfangs war meine Reaktion darauf ein Gefühl von Verwirrung und die geradezu kindliche Frage: Aber warum? Eine Frage, die in ihrer Einfachheit direkt den Kern des Feminismus trifft. Aber warum sollten wir das schwache Geschlecht sein? Aber warum werden wir durch Generationen und Generationen von Männern unterdrückt? Aber warum hasst ihr uns?
Wie soll ich einen Mann lieben?
In heterosexuellen Beziehungen sind Frauen die Verliererinnen: Sie leisten mehr Care-Arbeit, kommen seltener zum Orgasmus und müssen sich statistisch gesehen sogar vor Gewalt fürchten. Unsere Autorin, Ende 20, fragt sich, ob sie lieber alleine leben will








