Große Schlauchboote fahren mit Höchstgeschwindigkeit über die Havel, während schwere Hubschrauber über den angrenzenden Wald fliegen. Fahrzeuge der Bundeswehr rollen über die Straßen im Westen und Südwesten der Stadt. Was aussieht wie am Filmset, ist Teil der mehrtägigen Übung „Bollwerk Bärlin“.

Bis zum 5. Juni üben gut 1000 Soldatinnen und Soldaten den Ernstfall, trainieren verschiedenste Szenarien. Die Aufgabe dabei: Schutz, Evakuierung und Verlegung der Bundesregierung, wenn es hart auf hart kommt. Gefordert sind dabei die Soldaten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung in Berlin. „Praxisnah“, nennt ein Soldat die Übung.

Statt Staatsbesuch Kampfauftrag

Das Wachbataillon ist vielen Berlinern vor allem als Ehrenformation bekannt: Staatsbesuche, Zapfenstreich, Protokoll. Doch hinter der Paradepräzision steckt ein Kampfauftrag. „Im Verteidigungsfall soll der Verband Regierungsgebäude, Ministerien und kritische Infrastruktur schützen“, heißt es dazu bei der Bundeswehr.

Die Aufnahme der schutzbefohlenen Personen erfordert eine 360-Grad-Rundumsicherung, die durch die Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons auch bei der laufenden Übung sichergestellt wird.