Schläge, sexuelle Übergriffe, Demütigungen sowie Schlaf- und Nahrungsentzug: Aktivisten der jüngsten Gaza-Flottille, die nach zwei Tagen israelischer Haft am Freitag am Flughafen in Istanbul ankamen, werfen den israelischen Behörden schwere Misshandlungen vor.„Wir wurden wie Tiere behandelt“, sagt Julien, ein belgischer Aktivist mit sichtbarer Verletzung an der Schläfe im Gespräch mit dem französischen Radiosender France Inter, dessen Reporter vor Ort sind. „Wir waren mit rund 200 Menschen in Container eingesperrt. Es gab nicht einmal genug Platz, um sich hinzulegen. Sie warfen uns Kartons mit kleinen Wasserflaschen und etwas Brot von oben herunter. Für 200 Menschen gab es viel zu wenige Sanitäranlagen. Wir mussten darum betteln, Toilettenpapier zu bekommen.“ Besonders Menschen mit nordafrikanischen oder jordanischen Pässen seien gezielt gedemütigt und geschlagen worden, sagt der Aktivist. „Wir verlangten immer wieder einen Arzt, aber das wurde stets verweigert“, berichtet er.

Eine südafrikanische Studentin schildert die Szenen auf dem Gefangenenschiff: „Wenn du auf das Gefängnisschiff gebracht wirst, fassen dich Soldaten überall am Körper an. Sie zwingen dich, auf die Knie zu gehen, und drücken deinen Hals für ein oder zwei Stunden auf den Boden.“