Liebe Leserin, lieber Leser, Kommentare gehören, für uns durchaus überraschend, eher seltener zu den Texten, die am häufigsten gelesen werden und auf die ich deshalb in diesem Newsletter nochmals hinweise, falls Sie sie verpasst haben sollten. Das ist aus der Sicht einer Redaktion bedauerlich, aber die Interessen sind so, wie sie sind.Das Stück des Kollegen Konrad Schuller ist eine Ausnahme von der Regel. Seine These: Die Ukraine hat Russlands Armee gestoppt, und weil westliche Hilfe dafür entscheidend war, könnte Europa jetzt auch zum Ziel werden: „Das Fenster der Gelegenheit öffnet sich nicht erst in drei Jahren. Es öffnet sich jetzt – bevor Europa bereit ist. Europas NATO-Staaten müssen deshalb möglichst sofort abschreckungsfähig werden, nicht erst 2029, wie Deutschland das plant.“ Eine Analyse, die nachdenklich stimmt. Offenbar auch viele unter ihnen.Regelmäßig für eine große Zahl von Lesern interessant sind hingegen unsere Stücke zu Finanzen und Altersvorsorge. Aber Björn Deyer ist nicht deshalb in Jubellaune: „Darauf haben wir mindestens zehn Jahre gewartet“, sagt der Altersvorsorgeexperte der Fondsgesellschaft DWS. „Endlich ist der Nachfolger der Riester-Rente da.“ Seit ein paar Tagen ist das nötige Gesetz endgültig beschlossen, zum 1. Januar 2027 sollen die ersten neuen Produkte auf den Markt kommen. Deyers DWS will dann mit am Start sein, wie all die anderen Fonds, Versicherer, Online- und Filialbanken, die schon jetzt anfangen, die Werbetrommel zu rühren.Dyrk Scherff hat mehr als ein Dutzend von ihnen befragt. Viele haben dabei schon jetzt verraten, was sie vorhaben. Die Sparer werden eine breite Auswahl an Angeboten vorfinden. Zwei Gruppen von Geldanlagen werden künftig vom Staat mit Zulagen gefördert: zum einen solche, die eine Garantie der eingezahlten Beiträge vorsehen, wie das bei der Riester-Rente der Fall ist. Es sollen Auszahlungen in der Höhe aller Beiträge oder nur in Höhe von 80 Prozent garantiert werden können. Zum anderen soll vom Staat künftig auch ein „Altersvorsorgedepot“ ganz ohne Garantien gefördert werden. Anleger dürfen dabei aktive Wertpapier-Fonds und ETF bis zur sogenannten Risikoklasse fünf kaufen. Das heißt: auch Aktienfonds, aber zum Beispiel keine Fonds, die in riskantere Produkte wie Optionsscheine, Zertifikate oder andere Derivate investieren. Einzelne Aktien werden ebenfalls nicht gefördert.Der Roboterhersteller KUKA (das ist der mit den orangenen Maschinen) aus Augsburg kam vor zehn Jahren in die Hände von Midea aus China – das bewegte damals die Nation. Wir haben nachgefragt: Hat die Übernahme genützt oder geschadet? Der Maschinenbaukonzern aus Bayerisch-Schwaben wurde 2016 geradezu über Nacht zu einem Symbol für den labilen Wirtschaftsstandort Deutschland: eine Industrie-Perle, die in deutscher Hand – die Voith-Gruppe hielt damals 25 Prozent der Aktien, der Industrielle Friedhelm Loh zehn Prozent – keine Zukunft mehr hatte.Stattdessen ging sie, ausgehend von einer Offerte über knapp fünf Milliarden Euro, an den chinesischen Mischkonzern Midea über. Die Bemühungen der damaligen Bundesregierung, die Übernahme abzuwehren und den vermeintlichen Ausverkauf deutscher Spitzentechnologie zu verhindern, schlugen fehl. Nach ihrer Ankündigung am 18. Mai 2016, Kuka übernehmen zu wollen, und einem offiziellen Übernahmeangebot Mitte Juni machten die Chinesen Ernst. In Deutschland und ganz Europa gab es niemanden, der ihnen Konkurrenz machte. Und ein Grund zum Feiern ist das Verkaufsjubiläum für viele Mitarbeiter nicht gerade.Ihnen schöne Pfingstfeiertage und ein herzliches Dankeschön für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de.Herzliche GrüßeIhr Carsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung