Diese Woche fanden in zwei weit voneinander entfernten Gebieten Afrikas zwei Massaker statt, die in unseren Medien allenfalls am Rande, wenn überhaupt, erwähnt wurden. In Ituri, einer entlegenen Provinz im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die an Uganda grenzt, ermordete eine Miliz namens CODECO 69 Dorfbewohner. Und in Kabe, einem Ort im Nordosten Nigerias, hat eine Miliz mit dem Namen Ansaru eine zweistellige Zahl von Viehzüchtern massakriert.
Beides hat auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun, außer, dass es fast zur gleichen Zeit stattfand. Wer CODECO googelt oder bei Wikipedia nachschlägt, erfährt, dass es sich um eine ursprünglich friedliche Landwirtschaftskooperative der Lendu-Ethnie handelt, die „im zweiten Kongokrieg“ (also vor mehr als 20 Jahren) in eine Miliz „umgewandelt wurde“ und nun eine Art animistische Sekte mit seltsamen Ritualen und Essgewohnheiten ist, die von Zeit zu Zeit andere Leute massakriert „im Kampf um wertvolle Rohstoffe“, wie es sie in Ituri gibt.
Über Ansaru erfährt man, dass sie bis 2021 zu Boko Haram, einer islamistischen Miliz in der Sahelzone, gehörte, sich dann abspaltete und nun zu „Al-Kaida im Maghreb“ gehört. Aha, denkt man, klar, das ist wieder so ein Fall, in dem blutrünstige Islamisten Christen verfolgen. Mehr muss man eigentlich dazu nicht wissen, der Hinweis auf Al-Kaida erklärt alles: Die sind halt so.
















