Was zum Schauen:„Ihr Pullover aus dem Wühltisch wurde von den Menschen in diesem Raum ausgewählt“, belehrt die eiskalte Modezarin Miranda Priestley (Meryl Streep, 76) ihre Assistentin Andy (Anne Hathaway, 43) in der legendären Gürtelszene aus „Der Teufel trägt Prada“ (2006). Die Neue hatte keinen Unterschied zwischen zwei blaugrünen Gürteln gesehen – und muss lernen, dass das Votum ihres Edelmagazins die Textiltrends der Zukunft bestimmt.
Zu Beginn von „Der Teufel trägt Prada 2“ tauchen die Gürtel 20 Jahre später wieder auf – im Vorbeihuschen, bei einem Straßenhändler. Selbstironisch dreht sich diese Fortsetzung um die große Medien- und Luxuskrise, in der auch ein Grundgefühl der alternden Gesellschaften steckt: die Angst vor dem Status- und Relevanzverlust, vor dem Sieg der KI und den neuen Sitten des progressiven Techkapitalismus.
Ein böser Businesstwist zwingt die gealterte Truppe wieder zusammen; nur gemeinsam können sie ihren Abstieg verhindern. Die Regeln im Büro haben sich geändert, aber Meryl Streep bleibt die furchtlose, Furcht einflößende Grande Dame. Wieder wird höchst amüsant geschmäht und intrigiert, geschwelgt in Perfektion und in krassem Luxus. Die peinlichen Capricen eines Superreichen in der Midlife-Crisis treiben den Plot – Jeff Bezos (62), seine großzügige Ex-Frau MacKenzie Scott (56) und die ehrgeizige Neue, Lauren Sánchez (56), dürfen sich wiedererkennen.







