Streng bewachte Tür am Dior Pop-Up auf dem Kurfürstendamm. Die Security-Männer in schwarzem Hemd und Dior-Loafern lassen peu à peu kleine Gruppen in den rosafarbenen Laden vor der Gedächtniskirche. Gleichzeitig versuchen sie, aufgeregte Mädels zu beruhigen: „Tauschen geht nicht“, muss einer ein junges Mädchen enttäuschen, „und bisschen leiser bitte!“ In dem geschätzt zehn Quadratmeter kleinen Kasten dreht sich alles um die neuen Produkte von Dior. Eine Mitarbeiterin erklärt draußen, dass im Pop-up drei neue Düfte vorgestellt werden, außerdem neue Lip Oils und Lipsticks mit unterschiedlichen Finishes – von glossy „Mirror Shine“ bis zu glitzernden Varianten mit Glitterpigmenten. Besucher können die Produkte vor Ort testen; am Ende der „Experience“ wartet ein kleines Geschenk aus einem Automaten.

Die Schlange ist lang. Läuft man sie in normaler Schrittgeschwindigkeit entlang, benötigt man genau 1 Minute und 39 Sekunden. Steht man drin, ungefähr zweieinhalb Stunden. So lange hat Maja gewartet. Angestellt hat sie sich eigentlich mit einer Freundin, die musste aber irgendwann los. Doch Maja hat durchgezogen: „Ich hatte schon eineinhalb Stunden gewartet, dann dachte ich: Okay, ich bleib’ jetzt hier.“ Zwischendurch hat sie die Entscheidung wieder bereut. Doch jetzt steht sie endlich ganz vorn, vor dem Mann mit den Loafern und er winkt sie rein. Wir dürfen leider nicht mitkommen. Nach ein paar Minuten ist die „Experience“ vorbei und sie kommt mit einem rosa Ball und getestetem Lippenstift auf dem Handrücken wieder heraus.