Der FC Bayern ist mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft einer der großen Gewinner. Sieben Spieler stellen die Münchener. Eine vernünftige Wahl, findet Vorstandschef Dreesen im Interview. Er sieht aber auch Defizite beim Bundestrainer.Wie im Rausch ist der FC Bayern durch die Bundesliga marschiert – und doch hängt die Saisonbewertung am Ende vom letzten Spiel ab. Verpassen die Münchener nach dem unglücklichen Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Paris am Samstag (20.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) im Duell mit dem VfB Stuttgart auch den Gewinn des DFB-Pokals, würde dies „einen bitteren Beigeschmack hinterlassen“, wie Torjäger Harry Kane sagte. Zwei Trophäen seien bei einem Klub wie Bayern schließlich das Minimum. Ähnlich sieht es auch Klubchef Jan-Christian Dreesen, wie der 58-Jährige im Interview durchblicken lässt.WELT AM SONNTAG: Herr Dreesen, bedeutet das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart eine „gmaade Wiesn“ für den FC Bayern? Oder eine große Fallhöhe?Jan-Christian Dreesen: Beides sind aus meiner Sicht die falschen Begriffe. Es ist kein einfaches Spiel, wir haben definitiv Respekt vor dem VfB Stuttgart, der zum zweiten Mal in Folge im Pokalfinale steht und sich zum dritten Mal hintereinander für den Europacup qualifiziert hat. In einem Pokalspiel kannst du auch verlieren, selbst wenn du die bessere individuelle Klasse hast. Wir brauchen einen sehr guten Tag, um zu gewinnen.WamS: Wächst Stuttgart zur neuen zweiten Kraft hinter dem FC Bayern heran?Dreesen: Stuttgart hat sich unter Trainer Sebastian Hoeneß vom Kellerkind zum Champions-League-Teilnehmer entwickelt. Es gibt einige Klubs in der Rolle des Verfolgers, wie Dortmund, Leipzig, Leverkusen – und mittlerweile eben auch Stuttgart. Der Liga tut diese Konkurrenz gut und auch wir profitieren davon, denn dann werden wir gefordert und besser.WamS: Wie erfolgreich wäre die Saison mit dem Meistertitel, aber ohne Pokalsieg und Champions-League-Trophäe?Dreesen: Wir sind zwar im Halbfinale gegen Paris ausgeschieden, aber mit begeisterndem Offensivfußball so weit gekommen. In der Bundesliga haben wir mit 122 Toren so viele geschossen wie noch nie und auch den internationalen Rekord von Real Madrid mit 121 Toren übertroffen. Von daher ist es eine wirklich gute Saison. Der Pokalsieg wäre die Sahne auf dem Kaffee.WamS: Mit 122 Toren in der Bundesliga und spektakulären Ergebnissen wie dem 4:5 in Paris und dem 4:3 gegen Real Madrid in der Champions League hat der FC Bayern gerade jüngere Fans begeistert. Ist das der Spielstil der Zukunft?Dreesen: Fußball ist mehr als ein Ergebnissport. Die Fans wollen spannenden Fußball sehen, wollen Emotionen, Leidenschaft – und nicht nur abwarten, bis eine Mannschaft irgendwann das 1:0 schießt. Und wenn wir, Paris und andere Vereine nachhaltig zeigen, dass man mit Offensivfußball erfolgreich ist, warum sollen es andere Klubs nicht nachmachen? WamS: Womit würden Sie sich selbst belohnen, wenn gegen Stuttgart das Double aus Meisterschaft und Pokal gelingt?Dreesen: Das kann ich nicht planen, das kommt aus der Emotion heraus. Nach dem Gewinn der Champions League 2020 in Lissabon habe ich mir auf dem Rasen ein Stückchen vom Tornetz mitgenommen, das hängt eingerahmt bei mir zu Hause.WamS: Wie viel Spaß hat Ihnen diese Saison gemacht und wie viel Stress?Dreesen: Beides war reichlich vorhanden. Am meisten Spaß hat mir gemacht, dass wir unter Trainer Vincent Kompany die Spielfreude zurückgefunden haben. Und wie die Mannschaft füreinander kämpft.WamS: Was hat Sie gestresst?Dreesen: Mir fällt der Verdi-Streik vor unserem Pokalspiel gegen Leipzig ein, die Anreise von 75.000 Fans war so kurzfristig nicht einfach zu bewältigen. Der Ärger beim Spiel in Paris voriges Jahr und der indiskutable Umgang der französischen Polizeipräfektur mit unseren Fans. Und das Spiel gegen Real, als Fans über den Zaun geklettert sind und Fotografen verletzt wurden. Aber mit diesem Stress umzugehen, ist mein Job.WamS: Kompany hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2029 verlängert. Hatten Sie angesichts des lange möglichen Triples trotzdem die Sorge, dass er für diesen Fall abwandern könnte, etwa zu Manchester City?Dreesen: Nein, nie. Wie ich Vincent einschätze, hat er nach reiflicher Überlegung und mit voller Überzeugung verlängert. Er trainiert einen der größten Klubs in Europa in einer der schönsten Städte Europas – was kann sich ein Trainer mehr wünschen?Lesen Sie auchWamS: Bei der WM werden sieben Bayern-Profis für Deutschland dabei sein. Ein Vorteil?Dreesen: Bei den drei letzten WM-Titeln waren immer viele Bayern-Spieler dabei, fast alle in der Startelf: 1974 und 1990 je sechs, 2014 sieben. Jeder Bundestrainer ist gut beraten, einen starken Bayern-Block aufzubieten. Ich glaube daran, dass wir eine erfolgreiche WM spielen können, wenn wir viele Bayern-Spieler dabeihaben.WamS: Wie definieren Sie Erfolg: Achtelfinal-Einzug, nachdem 2018 und 2022 schon nach der Vorrunde Schluss war?Dreesen: Das Achtelfinale kann nicht unser Anspruch als große Fußball-Nation sein. Das Selbstverständnis ist, dass wir weit kommen. Das Ziel, Titel zu gewinnen, sollte auch zur DNA der Nationalmannschaft gehören. Aber schon im Viertelfinale würden Brocken wie Frankreich oder Brasilien warten.WamS: Wie groß ist die Chance, dass der ein oder andere Spieler als Weltmeister nach der Sommerpause zum FC Bayern zurückkehrt?Dreesen: Dafür gibt es eine Wahrscheinlichkeit, auch abgesehen von unseren deutschen Nationalspielern. Frankreich hat die besten Individualspieler, zu denen auch Michael Olise und Dayot Upamecano gehören. Da kommt es nur darauf an, ob sie als Team funktionieren. WamS: Wie stark schätzen Sie England mit Bayern-Torjäger Harry Kane ein?Dreesen: Sicherlich eine Mannschaft, die bei der WM weit kommen kann. Aber wenn man vergleicht, ist Frankreich schon der Top-Favorit.WamS: Wird der Vertrag mit Kane noch vor der WM verlängert? Dreesen: Nach einem Spieler, der in einer Saison fast 60 Tore erzielt und nun dreimal hintereinander die Torjägerkanone gewonnen hat, lecken sich viele Vereine die Finger. Beide Seiten wissen aber, was sie aneinander haben. Wir haben vereinbart, dass wir vor dem Start der neuen Saison eine Lösung finden wollen. Es gibt keinen Zeitdruck, zumal die Konzentration auf dem Pokalfinale liegt, und danach fahren die Spieler schon zu ihren Nationalmannschaften zur WM-Vorbereitung.WamS: Ist eine Vertragsverlängerung mit Kane bis zu dessen Karriereende vorstellbar?Dreesen: Harry hat erklärt, dass er noch einige Zeit auf Top-Niveau spielen will. Top-Niveau bedeutet, bei einem der großen Klubs in Europa zu sein, mit dem er Titel gewinnen kann. Der FC Bayern gehört unzweifelhaft dazu. Harry wird im Juli 33 Jahre alt, aber wer seine Physis und Mentalität auf dem Platz sieht und wie er die Nummer 9 des Mittelstürmers völlig neu interpretiert, indem er vielfach weite Wege geht – weiter als viele jüngere Spieler in anderen Vereinen –, erkennt, dass er nach wie vor absolute Weltklasse ist. Es kommt darauf an, wie lange er das konservieren kann. Er geht sehr professionell mit sich, seinem Körper und seinem Leben um. Deshalb glaube ich, dass er noch einige Jahre auf diesem Level spielen kann.WamS: Ihr Vertrag als CEO läuft bis 2027, vieles deutet auf eine Verlängerung hin. Was sind Ihre langfristigen Ziele mit dem FC Bayern?Dreesen: Netter Versuch. (lacht) Im Ernst, ein Projekt ist der Sportpark Unterhaching, durch den wir unseren Frauenfußball weiterentwickeln wollen. Wir stehen zum Frauenfußball seit über 50 Jahren, und irgendwann wird er sich finanziell selbst tragen, was heute noch bei keinem Klub der Fall ist. Über allem steht aber: Wir wollen bei den Frauen und bei den Männern als bayerischer Traditionsverein trotz finanzstarker Konkurrenz auch mittel- und langfristig zu den Top-Klubs Europas gehören. WamS: Und konkrete Projekte?Dreesen: Wir müssen den FC Bayern bei den Themen Internationalisierung und Digitalisierung weiterentwickeln. Vor allem, indem wir in die Interaktion mit unseren Fans investieren. Es geht darum, noch mehr über unsere Fans zu wissen, damit wir ihnen individuelle digitale Inhalte liefern können – zum Beispiel zu ihrem Lieblingsspieler oder zum nächsten Spiel. Wir haben mehr als 200 Millionen Follower auf unseren Social-Media-Plattformen, aber wir wissen viel zu wenig von ihnen. Wir haben fast 100.000 Abonnenten bei unserem FCB TV und allein in Deutschland rund zehn Millionen Bayern-Fans. Daraus ergeben sich riesige Möglichkeiten, und man kann auch wirtschaftliches Potenzial heben. Wenn wir unseren Job an der Stelle richtig machen, ist mir um die Zukunft des FC Bayern nicht bange. Aber bis dieses Projekt umgesetzt ist, bin ich längst in Rente – egal, wie lange meine Amtszeit noch läuft. (lacht)WamS: Wie gehen Sie mit dem an Stuttgart ausgeliehenen Torwart Alexander Nübel um, der noch Vertrag bis 2030 beim FC Bayern hat, aber keine Perspektive?Dreesen: Das Trio aus Manuel Neuer, Sven Ulreich und Jonas Urbig ist die beste Entscheidung für den FC Bayern. Wir haben Alexander Nübel darüber frühzeitig informiert. Für einen guten Torwart wie ihn, der beständig seine Leistungen gezeigt hat, gibt es im Sommer-Transferfenster immer Interessenten. Aber bei einem Transfer müssen am Ende alle drei Parteien zustimmen.WamS: Bundestrainer Julian Nagelsmann geriet wegen seines Vorgehens in der Personalie Neuer und dessen WM-Nominierung zuletzt wieder stark in die Kritik. Zu Recht?Dreesen: Es gab sicherlich die eine oder andere unglückliche Situation in der öffentlichen Kommunikation. Ich habe das Gefühl, dass er nicht immer richtig beraten war, klarer zu kommunizieren. Das hätte ihm manchen Ärger erspart. WamS: Sie sind Mitglied des DFL-Präsidiums. Beim Wiener Derby zwischen Rapid und Austria verkabelte Sky Austria beide Trainer und setzte eine Kamera-Drohne im Stadion ein. Auch im Joint Venture von Uefa und Europas Klub-Verband (EFC), in dessen Vorstand Sie sitzen, wird über derlei Innovationen diskutiert, um mehr Nähe zu erzeugen. Wann zieht die Bundesliga nach, um beim Neuverkauf der TV-Rechte ab 2029/30 höhere Einnahmen zu generieren?Dreesen: Ich bin für Innovationen, die den TV-Zuschauern das Spiel so nahebringen, als säßen sie in Reihe 10 im Stadion. Aber für mich gibt es Grenzen, um die Spieler und Trainer zu schützen. Falsch fände ich, die „letzten Geheimnisse“ zu lüften für Effekthascherei. Die Ref-Cam finde ich gut. Eine Drohne finde ich völlig überflüssig, in den Stadien hängt über dem Spielfeld schon die Spider-Cam. Die Verkabelung von Trainern hat für die Fans im Stadion ohnehin keine Bedeutung. Für die Fans vor dem TV mag das anfangs spannend sein. Wenn das dann aber aus sportlichen Gründen und zum Schutz der Protagonisten so glatt wie Teflon zensiert wird vor der Einspielung, wird es schnell langweilig.WamS: Was spricht noch gegen eine Verkabelung? Dreesen: Wenn ich mir anschaue, welchen Aufwand gerade die großen Klubs betreiben, um ihre Trainingseinheiten zu verstecken – und jetzt sollen dieselben Trainer live gezeigt werden, wie sie taktische Kommandos am Spielfeldrand geben? Das ist ein grotesker Widerspruch. Natürlich ist Fußball auch Unterhaltung. Aber Fußball ist auch Wettbewerb, da darf nicht für eine Überkommerzialisierung alles möglich sein. Wir leben in Europa, nicht in den USA. Bei uns ist die Einstellung zum Sport eine komplett andere. Wir haben nicht ohne Grund nur eine Halbzeitpause. Und nicht bei jedem Foul Jingles, die eingespielt werden. Und keine Tänzerinnen und Tänzer, die bei jeder Unterbrechung aufs Spielfeld laufen.WamS: Die von Fifa-Präsident Gianni Infantino angekündigte „größte Show der Welt“, die Halbzeitshow beim WM-Finale am 19. Juli in New York mit Weltstars wie Madonna, Shakira und BTS, reißt Sie nicht vom Hocker?Dreesen: In den USA ist die Show Teil des Sports, und das erwarten die Zuschauer dort auch bei einem WM-Finale. Ich bin aber der Meinung: Die Show ist das Spiel. Und nicht die Halbzeitshow. Man muss sich nur mal das unterschiedliche Zuschauerverhalten angucken, wie wenig Bewegung es während eines Fußballspiels auf den Rängen gibt. Beim American Football gehen die Leute zwischendurch auf den Parkplatz zum Grillen, da sind während eines ausverkauften Spiels maximal 60 Prozent der Plätze belegt.WamS: Zurück zur Bundesliga. Die DFL hat einen 100-Millionen-Euro-Deal mit Adidas als Kreditgeber abgeschlossen. Wohin wandert das Geld?Dreesen: In die Weiterentwicklung der Bundesliga. Und da fällt mir als allererstes das Thema internationale Vermarktung ein. Da kommen wir seit vielen Jahren nicht vorwärts, im Gegenteil: Der FC Bayern erhält aus der internationalen Zentralvermarktung weniger als vor sieben oder acht Jahren. Das Geld muss eingesetzt werden, um die Präsenz der Bundesliga im Ausland zu erhöhen. Das betrifft nicht nur die Vereine und ihre Mannschaften, sondern auch die Präsenz einzelner Spieler, wie es die Premier League vormacht.WamS: Hilft beim Thema Internationalisierung auch der Einzug des SC Freiburg ins Finale der Europa League gegen Aston Villa, oder zählen nur deutsche Champions-League-Erfolge?Dreesen: Nein, ich stelle ausdrücklich fest: Die Europa League hat sich zu einem tollen Wettbewerb entwickelt, es ist nicht mehr der einst von Franz Beckenbauer so bezeichnete Verlierer-Cup. Das sieht man auch an den Einschaltquoten. Ich ziehe den Hut vor dem SC Freiburg und seinem Vorstand Oliver Leki, der den Verein über Jahre mit großer Ruhe und Weitblick in die Spitze des europäischen Fußballs geführt hat. Für den deutschen Fußball ist das wunderbar.WamS: Ab der nächsten Saison sind Stehplätze von der Uefa wieder in einem Großteil der 55 Mitgliedsverbände erlaubt. Ab der Saison 2027/28 gelten dann neue Sicherheitsauflagen, die für Stehplätze erfüllt werden müssen. Dazu gehören durchgehende Wellenbrecher und eine Maximaldichte von 4,7 Personen pro Quadratmeter. Ist der FC Bayern mit seiner Arena betroffen?Dreesen: Ich finde es klasse, dass die gerade abgeschlossene Pilotphase in einigen ausgewählten Nationen wie Deutschland gezeigt hat, dass Stehplätze bei Europacupspielen etwas Positives sind. Die Emotionen und die Leidenschaft der Fans übertragen sich auf den Platz. Die Uefa muss nun die schwierige Situation managen, dass auf Staats-, Länder- und städtischer Ebene überall unterschiedliche Bestimmungen herrschen, etwa baurechtliche. Durchgehende Wellenbrecher sind zum Beispiel in Deutschland aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. WamS: Deshalb müssen die Europacup-Starter aus der Bundesliga zusammen mit den zuständigen Behörden ein alternatives Sicherheitskonzept erstellen, das von der Uefa geprüft wird, bevor eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird. Das könnte etwa eine Herausforderung für Borussia Dortmund mit seiner Südtribüne darstellen. Was erwarten Sie vom Uefa-Exekutivkomitee, das am Ende entscheidet?Dreesen: Ich bin der Auffassung, dass die Uefa der Situation in Deutschland, wo es bei nationalen und internationalen Spielen nie Probleme mit Stehplätzen gab, Rechnung tragen sollte, mit mehr Flexibilität. Das gilt auch für Dortmund mit der größten Stehplatz-Tribüne in Europa.WamS: Die Uefa diskutiert eine Änderung der Gelbsperren-Regelung im Europacup. Bislang müssen Spieler nach der dritten, fünften und siebten Verwarnung für ein Spiel pausieren. Im Gespräch sind unter anderem vier, sieben und neun Gelbe Karten bis zur Sperre. Was halten Sie davon? Dreesen: Eindeutig ja. Es sind durch die Reform der europäischen Klub-Wettbewerbe deutlich mehr Spiele und die Intensität hat sich auch weiterentwickelt. Auch die Fifa hat die Gelbsperren-Regelung für die auf 48 Mannschaften aufgestockte WM bereits geändert.WamS: Frankfurt-Vorstand Axel Hellmann und DFL-Geschäftsführer Marc Lenz kämpfen in der Uefa-Lizenzierungskommission für eine Verschärfung der Uefa-Finanzregeln und der Strafen bei Verstößen. Mit Ihrer Unterstützung?Dreesen: Dass als Reaktion auf die neuen Uefa-Regularien etwa der FC Chelsea seine Frauenmannschaft verkauft hat und der FC Barcelona einen Teil seiner TV-Rechte bis 2047, zeigt schon mal: Die Regularien greifen tiefer, als es früher der Fall war. Das Allerwichtigste ist die Wahrung der Wettbewerbsintegrität, indem versucht wird, für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. Da gehören Finanzregeln zwingend dazu, damit ein Verein nicht ungezügelt die Millionen ausgibt und die riesigen Defizite jedes Jahr von einem Investor ausgeglichen werden. Diese Regeln müssen aber konsequent durchgesetzt werden – durch Sanktionen, die sportlich richtig wehtun. Geldstrafen helfen überhaupt nicht, die werden vom Investor bezahlt. Das Einzige, das hilft: Punktabzüge in der Ligaphase. Und der Ausschluss von den Europacup-Wettbewerben – auch wenn große Namen im Spiel sind. Dafür werde ich immer kämpfen.