Die Stadt Potsdam hat ein seit einer Woche besetztes Gebäude auf der Halbinsel Hermannswerder räumen lassen. Die Polizei brachte nach Angaben eines Stadtsprechers etwa die Hälfte der rund 20 Hausbesetzer aus den Räumen, die übrigen verließen das städtische Grundstück freiwillig, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. „Es gab keinen Widerstand“, sagte der Sprecher.Eine Person harrte zunächst auf dem Dach aus. Die Stadt stellte Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) begleitete den Einsatz vor Ort. „Hermannswerder ist nicht der Wilde Westen“, sagte er laut Medienberichten nach dem Ende der Räumung.

Potsdams Oberbürgermeisterin verteidigt Vorgehen

Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) erklärte in einer Mitteilung, sie könne den Wunsch nach mehr bezahlbarem Wohnraum nachvollziehen, die Stadt arbeite mit Nachdruck daran. Eine illegale Besetzung privaten oder öffentlichen Eigentums sei aber kein geeignetes Mittel.Aubel hatte nach ihrer Wahl im Herbst 2025 angekündigt, sich vorrangig für mehr Wohnraum und gegen steigende Mieten einzusetzen. Die Linksfraktion im Stadtparlament kritisierte das Vorgehen der Stadtspitze laut Mitteilung als „völlig unverhältnismäßig“.