PfadnavigationHomeSportFormel 1Artikeltyp:MeinungFormel-1-Rennen in MontrealStripperinnen streiken – wie ein Piloten-Ausstand am ersten Tag der SommerferienStand: 07:53 UhrLesedauer: 2 MinutenDie gute Nachricht: Die männlichen Formel-1-Fans können sich in Montreal komplett auf das Rennen konzentrierenQuelle: picture alliance/Zoonar/Kristina KokhanovaAm Wochenende regieren in Montreal Benzin und Testosteron. Ausgerechnet, wenn die Formel 1 da ist, treten die Stripperinnen in den Streik. Clever. Wer es nötig hat, muss eben kreativ werden.Alle haben immer Verständnis, solange sie nicht von den Auswirkungen betroffen sind. Natürlich sollen Flughafenangestellte für bessere Arbeitsverhältnisse in den Streik treten, aber doch bitte nicht ausgerechnet an dem Tag, an dem der Urlaubsflieger startet. Pflegepersonal muss besser bezahlt werden, ganz klar. Aber können die Angestellten bitte nur dann für ihre Rechte kämpfen, wenn ich gesund bin? Ist ja wohl nicht zu viel verlangt. Was am kommenden Wochenende in Montreal passiert, ist wie ein Streik der Hausärzte auf dem Höhepunkt der Grippewelle und ein Arbeitsausstand der Piloten am ersten Tag der Sommerferien. Rund um das Formel-1-Rennen legen die Stripperinnen in der kanadischen Metropole ihre Arbeit nieder. Kein Lapdance nach dem Grand Prix, kein hüllenloser Tanz an der Stange nach dem freien Training. Am Wochenende, an dem es nach Benzin und Testosteron riecht, bleiben die Tanz-Etablissements mit plüschigen Sofas und Stangen, wie man sie sonst nur aus Feuerwehrwachen kennt, geschlossen. „Wir glauben, dass der Grand Prix der beste Zeitpunkt für einen Streik ist“, heißt es in einem Statement auf der Webseite des Komitees autonomer Sexarbeit: „Das ist unsere Chance, diese Einnahmen zu gefährden und ihnen dort zu schaden, wo es am meisten wehtut.“Erst Slicks, dann Slips – nicht an diesem WochenendeMit der Arbeitsniederlegung wollen die Frauen vor allem für die gleichen Rechte kämpfen, die Menschen in anderen Jobs haben: „Da wir keine fest angestellten Mitarbeiter sind, haben wir keinen Zugang zu den Schutzmaßnahmen, die andere Arbeitnehmer normalerweise genießen.“Wer es denn unbedingt nötig hat, nach Poleposition und Slicks noch Poledance und Slips zu sehen, muss sich in Montreal eben etwas einfallen lassen. Bei Piloten- und Lokführerstreiks nehmen die Reisenden ihr Glück auch oft in die Hand und bilden Fahrgemeinschaften. Also Männer, tanzt doch einfach selber.
Formel 1: Stripperinnen streiken in Montreal – wie ein Piloten-Ausstand am ersten Tag der Ferien - WELT
Am Wochenende regieren in Montreal Benzin und Testosteron. Ausgerechnet, wenn die Formel 1 da ist, treten die Stripperinnen in den Streik. Clever. Wer es nötig hat, muss eben kreativ werden.






