In der Politik gibt es ein so bewährtes wie abgegriffenes Arsenal an kraftvoll gemeinten Begriffen, die meist dann gewählt werden, wenn es an Kraft eher mangelt. Dazu gehören zum Beispiel die „roten Linien“ – klare Grenzen, die, nun aber endlich, wie es dann gern heißt, gegenüber einem Partner oder Gegner gezogen werden sollen. Manchmal auch gegenüber einem Partner, der sich wie ein Gegner anfühlt, wie offenbar für manche wichtige Christdemokraten aktuell die SPD in der schwarz-roten Bundesregierung unter Führung von Friedrich Merz.Nun hatte der Kanzler zu Wochenbeginn gerade erst der SPD einen Besuch abgestattet. Und im Sinne einer dringend nötigen Harmonie betont, dass man in dieser Koalition keine roten Linien ziehen solle. Es war eine Ansage, die man eigentlich nicht missverstehen konnte, wie Robert Roßmann aus unserer Parlamentsredaktion in Berlin feststellt. Umso bemerkenswerter war dann, dass kurz darauf der einflussreiche Parlamentskreis Mittelstand aus der Unionsfraktion genau das servierte, nämlich rote Linien, die die Union nicht überschreiten soll.Eine Provokation nicht nur für die SPD, so schreibt Robert Roßmann und kommentiert: Die Abgeordneten drücken damit aus, wie es um die Autorität des Kanzlers steht.Was könnten der Bundeskanzler und der Bundestrainer gemeinsam haben? Vielleicht das zuweilen fehlende Gespür für den richtigen Ton, eine halbwegs elegante Kommunikation. Friedrich Merz räumte kürzlich ein, dass er auf diesem Feld besser werden müsse. Nun hat Julian Nagelsmann über die letzten Tage die Präsentation seines WM-Kaders mitsamt der Rückkehr des Keepers Manuel Neuer drollig vermurkst, und ich möchte mit Blick auf das baldige Turnier über mögliche weitere Parallelen gar nicht nachdenken. Richtig gut fängt die Sache auf jeden Fall nicht an, auch wenn der Bundestrainer sich um versöhnliche Töne bemüht, wie Sie in Christof Kneers Blick auf Julian Nagelsmanns wunderliche Reise nach Amerika lesen können.Mehr zum ThemaSchwarz-rote Koalition: Bundeskanzler Merz betont beim Besuch der SPD-Fraktion GemeinsamkeitenWas heute wichtig istTrump will zusätzlich 5000 Soldaten nach Polen entsenden. Diesen Plan gibt der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social bekannt, ohne weitere Details zu nennen. Seine Entscheidung begründet Trump mit seinem guten Verhältnis zu Polens rechtskonservativem Präsidenten Karol Nawrocki. Zum Liveblog zur US-PolitikUSA: 2500 Forscher protestieren gegen TrumpUS-Republikaner sagen Abstimmung zum Iran-Krieg kurzfristig ab. Die republikanische Führung im US-Repräsentantenhaus hat die geplante Abstimmung im letzten Moment abgesagt. Der Grund: Zu viele Abgeordnete der Partei fehlten, weshalb eine Niederlage für US-Präsident Donald Trump drohte. Zum Liveblog zum Krieg in NahostIran-Krieg: Jetzt droht eine globale LebensmittelkriseHungersnot: Wie der Iran-Krieg die Helfer im Sudan ausbremstGericht ordnet Absetzung des türkischen Oppositionschefs an. Ein Gericht in Ankara ordnet die Absetzung des Vorsitzenden der größten Oppositionspartei CHP, Özgür Özel, an. Der ehemalige Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu soll die CHP vorläufig führen. Özel bezeichnet seine Absetzung als Putsch und kündigt rechtliche Schritte an. Zum ArtikelBundesliga-Relegation: Wolfsburg kommt dem Abgrund nah. Der VfL Wolfsburg kam im Hinspiel der Relegation gegen den Zweitligavertreter SC Paderborn nicht über ein 0:0 hinaus. Für Dieter Heckings Team steht nun ein gefährliches Rückspiel an – es droht der Abstieg. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenHandball: Magdeburg ist deutscher MeisterUSA: Hinrichtung abgesagt – Personal findet die Vene des Häftlings nicht„Markus Lanz“: „Machen wir so weiter, werden wir in einem Krieg mit Russland landen“MEINUNG Gesundheitswesen: Sexualisierte Übergriffe von Ärzten zerstören das Vertrauen in die MedizinDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDigitalwende: Neun Standorte testen 24-Stunden-Gründung. Die 24-Stunden-Gründung wird zum Praxistest für die Staatsmodernisierung. SZ Dossier liegen die neun Pilotstandorte vor, mit denen der Bund einen digitalen Kombiantrag, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt, erproben will. Auch wichtig: Energieeffizienzvorgaben für Rechenzentren verzögern sich. Zum BriefingGeoökonomie: Gratwanderung im Handelskrieg – Katherina Reiche reist nach China. Katherina Reiche muss auf ihrer Reise nach China die Interessen der EU mit denen der deutschen Wirtschaft ausbalancieren. Während Brüssel eine ganze Reihe Handelsinstrumente gegen China in Stellung bringt, wünschen sich deutsche Firmen besseren Marktzugang und weniger Konfrontation. Die Wirtschaftsministerin muss für beide Seiten sprechen. Zum Briefing