analyse

Stand: 22.05.2026 • 06:00 Uhr

Beim Neuzuschnitt von Wahlkreisen im Süden der USA geht es um mehr als um die Macht im US-Kongress. Er weckt Erinnerungen an die Zeit der Rassendiskriminierung und reißt tiefe Wunden auf.

Die unterlegene Richterin Elena Kagan ließ ihrer Empörung freien Lauf: Das Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 29. April führe "das Land zurück in eine Zeit, in der die Stimmen von Minderheiten systematisch zum Schweigen gebracht wurden", hielt sie in einer abweichenden Stellungnahme fest.

Der "Voting Rights Act" von 1965, der die Diskriminierung von Schwarzen bei Wahlen beenden sollte, sei ab jetzt nur noch "ein toter Buchstabe": "Was in der Vergangenheit mit Schlagstöcken und Wahlgebühren erreicht wurde, läuft zukünftig über den Zuschnitt von Wahlbezirken und Algorithmen."