Die Geschichte der Zerstörung von Kunst im Krieg ist lang. Und es ist eine gegenwärtige Erscheinung. Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine etwa sind nach Angaben der Unesco bereits über 500 Kulturstätten, darunter zahlreiche Museen und historische Bauwerke, schwer beschädigt oder zerstört worden.

Eines der schlimmsten Beispiele aus dieser Geschichte ist die Vernichtung von 430 Gemälden der Berliner Gemäldegalerie durch zwei Brände im Flakbunker Friedrichshain. Es war im Mai 1945, der Zweite Weltkrieg dort eigentlich schon zu Ende, denn der Bunker war bereits am 2. Mai an die Rote Armee übergeben worden. Niemand weiß, warum am 5./6. Mai sowie erneut am 15./16. Mai 1945 riesige Feuer in dem Bunker ausbrachen.

Blick in das Atelier des Museumsfotografen Gustav Schwarz im Pergamonmuseum, um 1932

© Staatliche Museen zu Berlin, Zentralarchiv

Unter den zerstörten Gemälden waren Meisterwerke von Caravaggio, Peter Paul Rubens, Paolo Veronese und Anthonis van Dyck – von Künstlern also, deren Werke für die europäische Kunstgeschichte maßgeblich waren. Dabei waren sie schon seit 1941, als die Luftangriffe auf Berlin immer heftiger wurden, zu ihrem Schutz in dem Bunker gelagert gewesen.