Ein Trainer drängt einen trans* Spieler aus der Berlin-Frauenliga. Das Urteil des Verbandsgerichts sorgt für breiten Widerstand am Spielfeld.

Am Fußballplatz in Berlin-Neukölln stehen am Mittwochabend etwa 150 Menschen. In ihren Händen halten sie Regenbogen- und Pride-Flaggen. Bei Nieselregen laufen die 14 Fuß­bal­le­r*in­nen der Frauenteams von DJK FFC Britz und FC Nordost Berlin auf das Spielfeld. Der Schiedsrichter zählt noch einmal durch und pfeift an.

Doch jemand fehlt im Team. Im Hinspiel stand J. noch auf dem Platz, heute sitzt er das gesamte Spiel auf der Bank, zum Zuschauen verdammt.

Der Redaktion liegen die echten Namen der unfreiwilligen Protagonisten vor. Um sie zu schützen, wird die Geschichte unter veränderten Buchstaben erzählt. Nicht einmal Fußballschuhe trägt er. Ihm wurde schlicht das Recht entzogen, das zu tun, was er seit 2009 beim FC Nordost Berlin tut: kicken.

Zehn Meter weiter steht der Trainer des Gegnerteams, dessen Klage eine juristische Lawine ins Rollen brachte, an deren Ende J. als trans* Mann vom Spielbetrieb der Frauen ausgeschlossen wurde.