Bente Gudehus ist im Vorstand ihres Schützenvereins im Landkreis Celle. Die Strukturen seien hierarchisch, doch sie schätzt die Gemeinschaft.

taz: Frau Gudehus, Schützenverein klingt für viele nach Uniform, Hierarchie und alten Rollenbildern – ist das bei Ihrem Verein auch so?

Bente Gudehus: Ein Stück weit stimmt das schon. Die Uniform und auch das Marschieren gehören einfach dazu, das ist ein zentraler Teil der Tradition. Und auch Hierarchien sind bei uns definitiv spürbar, gerade in Versammlungen oder wenn es um Entscheidungen im Vorstand geht. Bei den Rollenbildern ist es ein bisschen ambivalenter. Es gibt noch klassische Strukturen, zum Beispiel dass lange bestimmte Dinge Männern vorbehalten waren. Gleichzeitig hat sich da aber auch schon einiges verändert, zum Beispiel dass Frauen heute selbstverständlich im Vorstand sind.

taz: Sie zum Beispiel, Sie sind im Vorstand Ihres Schützenvereins. Was macht man denn so als Schützin?

Gudehus: Primär schießen. Bei uns tut man das noch auf Papierscheiben, aber bald werden wir, wie in anderen Vereinen, eine elektronische Anlage haben. Dafür trifft sich die Damengruppe jeden Dienstag. Das ist allerdings kein klassisches Training mit Trainer, sondern eher ein Schießen unter Beobachtung. Es muss immer jemand mit entsprechender Fortbildung da sein, der uns beaufsichtigt.