Während der SC Freiburg in Istanbul dem größten Spiel der Klubgeschichte entgegensah, mehrten sich zu Hause in Deutschland die Meldungen über einen Transfercoup, der ebenfalls eine noch nicht erreichte Marke berührt. Der SC ist nach Medienberichten im Begriff, dem SV Werder Bremen den Torhüter Mio Backhaus, 22, abzukaufen und dafür sehr viel Geld auszugeben, die Rede ist von 15 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Solch eine hohe Ablöse hat der SC noch nie bezahlt, bisher bewegten sich die teuersten Transfers – für die Japaner Ritsu Doan 2023 und Yuito Suzuki 2025 sowie den Franzosen Baptiste Santamaria 2020 – bei zehn Millionen Euro. Eine offizielle Bestätigung für den Handel liegt noch nicht vor, doch dass die Rekordmarke in diesem Sommer wahrscheinlich fallen werde, das war zuletzt bereits aus dem Verein zu hören gewesen.Aber wieso holt Freiburg einen Torhüter mit exzellenter Perspektive, wenn es den im Haus längst schon gibt? Noah Atubolu, 23, ist in Freiburg geboren und ausgebildet worden und in den vergangenen drei Jahren durch die konstante Förderung seiner Trainer Christian Streich und Julian Schuster zu einem Kandidaten fürs Nationalteam herangereift. Allerdings hat er zuletzt durchblicken lassen, dass ihm die hübsche Heimatstadt Freiburg allmählich etwas eng werde, er schwärmte stattdessen von England und der Premier League. Nun hat der SC offenbar selbstbewusst Tatsachen geschaffen, und Atubolu nahm nach dem Spiel in Istanbul die Information über den Wechsel des Kollegen Backhaus erstaunt zur Kenntnis: „Die Message, die ich gerade von Ihnen bekommen habe, ist mir neu“, sagte er auf die Frage einer RTL-Reporterin. Dass sein eigener Wechsel bereits beschlossene Sache sei, das könne er „so nicht sagen“, erklärte Atubolu.Dass die Verantwortlichen in Freiburg mit dem Geld aus dem Europapokal nun luxuriös einkaufen gehen, ist sicher nicht zu erwarten. Dass sie aber punktuell mehr Geld ausgeben werden, daraus machen sie längst kein Geheimnis mehr. Atubolu hat möglicherweise gedacht, der Sport-Club werde ihm seinen Platz reservieren, während er sich die Angebote anhört, am liebsten aus England. Doch dass es sich der Klub leisten kann, in solchen Zwischenphasen selbständig zu handeln, hatte er bereits im vorigen Sommer bewiesen, als er den Wechsel von Ritsu Doan nach Frankfurt in die Länge zog, bis er die geforderten Konditionen durchsetzen konnte.