In Jahrmillionen der Evolution hat die Natur für viele Probleme Lösungen ersonnen, die Wissenschaftler gern abkupfern. Ein Team aus Würzburg und Bremen hat sich von einer Eidechse zu den Rädern eines Marsrovers inspirieren lassen.

Der Sandfisch ist eine Eidechse, die in der Sahara vorkommt. Für die Fortbewegung im Sand hat er eine besondere Fortbewegungstechnik entwickelt: Er schwimmt durch den Sand, wenn er Jägern entkommen will oder selbst auf der Jagd ist.

Dieses Bewegungsprinzip, das erst vor wenigen Jahren entschlüsselt wurde, hat das Team um Marco Schmidt, Leiter der Professur für eingebettete Systeme und Sensoren für die Erdbeobachtung (ESSEO) an der Universität Würzburg, nachgebildet. Es hat daraus Räder für einen Marsrover entwickelt. Darauf soll der Rover nicht durch losen Sand, durch den er weite Strecken zurücklegen muss, fahren. Stattdesse schwimmt er hindurch, ähnlich dem Sandfisch.

Eiernde Räder

Das sieht merkwürdig aus: Die Räder eiern, vergleichbar einer Fahrradfelge mit einer Acht. Sie ermöglichen aber eine stabile Fortbewegung auf dem losen Untergrund. „Die Räder imitieren die charakteristische Wechselwirkung des Tiers mit dem Boden, wobei sowohl Längs- als auch Querkräfte erzeugt werden“, sagte Projektleiter Schmidt. „Der Rover hinterlässt im Sand sinusförmige Spuren – das bestätigt, dass der beabsichtigte Schwimmmechanismus erreicht ist.“