In Ankara hat der Gerichtsprozess gegen den inhaftierten Reporter der Deutschen Welle (DW) begonnen. Alican Uludağ war im Februar verhaftet und anschließend in Untersuchungshaft gekommen. Laut der Anklageschrift werden ihm Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und die Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen vorgeworfen. Uludağ selbst weist alle Vorwürfe von sich. Er ist seit mehreren Jahren als Reporter für DW tätig. Zu seinen Schwerpunkten gehörten das Justizsystem, Menschenrechtsverletzungen und Korruptionsfälle in der Türkei.
»Grundrecht auf ein faires Verfahren verletzt«Als Beweismaterial werden Uludağs Posts auf der Plattform X angeführt. Laut der Anklageschrift bekannte sich der Journalist in seiner Vernehmung dazu. Jedoch habe er nie die Justizorgane herabgewürdigt, sondern gezielte Kritik an konkreten Fällen geübt, hieß es. Journalisten hätten ihm zufolge die Pflicht, die politische Macht zu kontrollieren. Er führte außerdem an, bis zu seiner Verhaftung nie wegen seiner Posts ermahnt worden zu sein.
Uludağ sprach gegenüber DW-Kolleginnen auch von harten Haftbedingungen. Nach den ersten Tagen seiner Festnahme habe er in einer Zelle auf dem Boden schlafen müssen, Zugang zu Medien wurden ihm verwehrt. Die Zelle sei unhygienisch gewesen, »Wanzen krabbelten über unsere Körper«, berichtete Uludağ über das Schicksal von ihm und Mitgefangenen. Zunächst sei er mit 48 Personen in eine Zelle gepfercht worden, seit Ende Februar sitzt er in Isolationshaft im Istanbuler Gefängnis Silivri.












