Bei Baumaßnahmen in Aschaffenburg haben Arbeiter die Überreste einer Anlage entdeckt, die Rätsel aufgibt. Nach Angaben der Stadtverwaltung kam in diesem März in der Nähe der Willigesbrücke über den Main in acht Meter Tiefe eine Struktur aus Holz ans Licht, die zum Fluss hin mit einer Trockensteinmauer abgeschlossen ist. Experten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege führten an den Balken eine dendrochronologische Untersuchung durch und datierten sie auf das vierte Jahrhundert vor Christus. Die Anlage wäre damit etwas jünger als das Grab des „Keltenfürsten“ vom Glauberg in der Wetterau.Wozu wurde die Struktur errichtet? Die Nähe zum Main spricht beispielsweise für einen Stapelplatz, auf dem Handelsgüter gelagert wurden. Das fügt sich in die Vorstellung von der damaligen intensiven Nutzung des Mains als Handelsweg in der Latènezeit und einem Netzwerk keltischer Siedlungen in der RegionWeil einige Plätze, auf denen man wegen ihrer herausgehobenen Position solche Siedlungen vermuten könnte, inzwischen oft seit Jahrhunderten überbaut und daher der archäologischen Forschung nicht zugänglich sind, ist der Fund aus Aschaffenburg ein Glücksfall.