11-Jährige mit Mobilgeräten: Sinnvolle Social-Media-Nutzung lernen

Keine pauschalen Verbote, stattdessen eine bessere rechtliche Kontrolle der Social-Media-Plattformen, eine Stärkung des Medienkompetenz-Unterrichts in Schulen – und Bildungsangebote für Eltern: Mit diesen und anderen Maßnahmen sollten Schulen und Politik nach Ansicht des Aktionsrats Bildung auf die verstärkte Nutzung von Social Media durch Kinder und Jugendliche reagieren.

Die Empfehlungen stammen aus dem Gutachten des Aktionsrats Bildung, das am Donnerstag in München veröffentlicht wird. Dem Aktionsrat gehören neun renommierte Bildungsforschende an, die sich einmal jährlich mit konkreten Handlungsempfehlungen zu aktuellen pädagogischen Themen zu Wort melden.

Weil Social-Media-Kommunikation längst überall im Alltag angekommen sei, müssten Schulen und Politik schnell reagieren, fordern die Fachleute in ihrer neuen Veröffentlichung: »Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen aus diesem Grund von klein auf altersgerecht auf die vielfältigen Chancen und Risiken und die gezielte sinnvolle Nutzung von Social Media vorbereitet werden.«

Am besten gelinge das durch eine Integration der Social-Media-Nutzung in den Unterricht – sowohl als Thema wie auch als Methode. Der Schlüssel für einen guten Umgang, heißt es in dem Gutachten, sei »mediale Integrität«. Gemeint ist, dass eine Person bei der Nutzung von Social Media verantwortlich handelt – »auch wenn sie dadurch auf vermeintliche Vorteile verzichten oder Nachteile in Kauf nehmen muss«. Eine integre Person achte darauf, »dass andere durch ihr Verhalten nicht geschädigt werden und richtet sich an universell gültigen Werten und ethischen Prinzipien aus«.