Ein entführtes Flugzeug als potenzielle Terrorwaffe: Die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat in einer Krisenreaktionsübung zusammen mit Bundeswehr und Sicherheitsbehörden ein entsprechendes Szenario trainiert.Bei der Übung durchquerte ein entführtes Flugzeug Deutschland von Süden nach Norden. Angenommen wurde, dass es eine fiktive öffentliche Großveranstaltung als Ziel haben könnte. Im weiteren Verlauf der Übung stieg eine Alarmrotte der Bundeswehr aus zwei Eurofighter-Kampfjets auf, fing die Maschine ab und zwang sie zur Landung auf einem Flugplatz in Norddeutschland.

Der dafür nötige Kabinettsbeschluss sei in einem zeitlich realen Szenario in hybrider Form über sichere Kommunikationswege gefasst worden, hieß es. So könne eine sichere Befassung auch in zeitkritischen Situationen innerhalb kürzester Zeit erfolgen. Bundeskanzler Merz nahm an der Übung vom Lagezentrum des Kanzleramts aus teil.»Ziel der Übung war es, in einer zeitkritischen und potenziell für die öffentliche Sicherheit Deutschlands gefährlichen Lage in Echtzeit eine Entscheidung des Kabinetts unter Vorsitz des Bundeskanzlers herbeizuführen«, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius.Die Übung der Bundesregierung wurde auf Grundlage eines Beschlusses des Nationalen Sicherheitsrats abgehalten, wie Regierungssprecher Kornelius weiter mitteilte. Demnach verlief die Übung erfolgreich. Aus Regierungskreisen hieß es, die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ministerien, der Bundeswehr und Sicherheitsbehörden habe demonstriert, dass Deutschland »über die notwendigen Mittel und Strukturen« verfüge, »um auf Bedrohungen der Sicherheit im Luftraum schnell und angemessen reagieren zu können«.