Internetsuche ist bis heute Googles mit Abstand wichtigstes Geschäft. Der Konzern stellt Anzeigen neben die Ergebnisse seiner namensgebenden Suchmaschine, und die damit erzielten Umsätze wachsen rasant. In den vergangenen Jahren hat er die Google-Suche immer mehr mit Künstlicher Intelligenz aufgerüstet, zum Beispiel mit einem „KI-Modus“, der direkte Antworten auf komplexe Fragen gibt, also nicht nur Ergebnisse für einzelne Suchbegriffe liefert.Jetzt geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter. Auf seiner jährlichen Konferenz „I/O“, die sich an Softwareentwickler richtet, stellte er eine überarbeitete Suchmaschine vor, zu der auch ein neues Design gehört. Das bisher schmale Suchfeld vergrößert sich nun automatisch, wenn längere Anfragen gestellt werden. Außerdem wird es möglich, den Suchanfragen Bilder oder Videos hinzuzufügen. Die Suchmaschine kann auch mithilfe von KI Vorschläge für Anfragen machen, die Google zufolge über die bisherige Autovervollständigung hinausgehen. Es soll zudem leichter werden, Nachfolgefragen zu stellen. Die für Internetsuche verantwortliche Elizabeth Reid sprach vom größten „Upgrade“ des Google-Suchfeldes seit 25 Jahren.Die neue Google-Suche integriert auch sogenannte KI-Agenten, also Assistenzprogramme, die komplexe Aufgaben selbständig übernehmen können. Nutzer können zum Beispiel Kriterien für die Wohnungssuche eingeben, und Google kann ihnen eine Benachrichtigung schicken, wenn eine entsprechende Wohnung verfügbar wird. Nutzer können sich auch informieren lassen, sobald bestimmte Turnschuhe auf den Markt kommen.Gemini-App hat 900 Millionen NutzerGoogle bringt auch seine Programmierplattform Antigravity in die Suchmaschine. Sie erlaubt es zum Beispiel, grafische Elemente und Tabellen zu bestimmten Themengebieten zu erstellen.Als Open AI 2022 das KI-Modell ChatGPT herausbrachte, galt dies zunächst als mögliche Bedrohung für Google. Zum einen suggerierte es, Google habe bei KI Rückstand gegenüber dem Wettbewerb, zum anderen gab es die Sorge, die traditionelle Google-Suche könne im KI-Zeitalter an Bedeutung verlieren. Insbesondere dank seines KI-Modells Gemini hat Google allerdings mittlerweile aufgeholt. Und das Geschäft mit der Google-Suche wächst weiter und profitiert offenbar von der Integration von KI. Vorstandschef Sundar Pichai sagte jetzt: „Wenn die Menschen unsere KI-Funktionen in der Suchmaschine nutzen, dann nutzen sie die Suchmaschine auch mehr.“Google hat auch eine eigenständige Gemini-App, und wie das Unternehmen jetzt mitteilte, hat sie mittlerweile 900 Millionen monatliche Nutzer. Sie liegt damit in etwa auf einer Höhe mit ChatGPT.Die neue Google-Suche wird vom KI-System Gemini 3.5 Flash angetrieben, das der Konzern jetzt ebenfalls vorgestellt hat. Gemini 3.5 Flash liegt auch anderen neuen Angeboten zugrunde, zum Beispiel Gemini Sparks. Auch das ist ein KI-Agent, der diverse Aufgaben übernehmen kann. Er kann zum Beispiel Kreditkartenrechnungen auf unerwünschte Abonnementgebühren überprüfen. Von den jetzt vorgestellten Neuheiten sind einige frei für die Allgemeinheit verfügbar, manche sind aber auch zahlenden Abonnenten vorbehalten oder können zunächst nur in den USA genutzt werden.Ebenso wie viele andere Techkonzerne gibt auch Google gewaltige Summen für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur aus. Die Mutterholding Alphabet will in diesem Jahr zwischen 180 Milliarden und 190 Milliarden Dollar investieren, 2025 waren es 91,4 Milliarden Dollar.
Google baut Internetsuche für das KI-Zeitalter um
Der Internetkonzern rüstet sein wichtigstes Produkt weiter mit Künstlicher Intelligenz auf. Und setzt immer mehr auf KI-Agenten.











