Demonstration in Berlin gegen den Krieg in Gaza Ende September 2025
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Der israelische Historiker Moshe Zimmermann ist scharfer Kritiker der Regierung Benjamin Netanyahus. Wegen Israels Vorgehen im Gazakrieg forderte er von der Bundesregierung, mehr Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten auszuüben. Er hält nichts davon, wenn legitime Kritik an Netanyahus rechter Regierung mit dem Antisemitismusvorwurf erstickt wird. Im Interview ordnet er Entwicklungen in der Linkspartei und der Linksjugend zum Thema Israel ein.
SPIEGEL: Die Linke streitet oft und heftig über Israel, Zionismus und Palästina. Es gibt Linke, die ihren eigenen Genossen Israelfeindlichkeit, manche gar Antisemitismus attestieren. In welche Richtung entwickelt sich die Partei Ihrer Einschätzung nach?Zimmermann: Ich bin ein scharfer Kritiker Benjamin Netanyahus und seiner noch extremeren Kabinettsmitglieder. Auch die Siedlungspolitik im Westjordanland und die israelische Kriegsführung in Gaza verurteile ich. In Israel hält man mich für einen Linken. Zugleich bin ich als Nationalismus- und Antisemitismus-Historiker sehr sensibel für Anzeichen für Antisemitismus. In der deutschen Linkspartei nehme ich in letzter Zeit eine besorgniserregende Mischung von Vorurteil und Ignoranz wahr, mindestens an der Basis, zuletzt zum Beispiel bei der Linken in Niedersachsen und bei der Linksjugend in Schleswig-Holstein. Das ist grundsätzlich problematisch und aus einem Grund besonders gefährlich.








