Vor dem Landgericht Saarbrücken hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder eines Gerichtsvollziehers begonnen, der bei einer Zwangsräumung im Saarland getötet wurde. Der Angeklagte soll im November mit einem Jagdmesser mindestens 13 Mal auf Kopf, Hals, Oberkörper und Arm seines Opfers eingestochen haben. »Tief und so lange« habe er zugestochen, bis der 58-Jährige wenig später seinen Verletzungen erlag, sagte Oberstaatsanwältin Şirin Özfirat bei der Verlesung der Anklage am Landgericht Saarbrücken.Sechs Monate nach der Tat muss sich der 42 Jahre alte mutmaßliche Täter vor Gericht wegen Mordes verantworten. Der Angeklagte habe aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch und grausam getötet, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Als Tatwaffe habe er einen sogenannten Sautöter eingesetzt, der im Wohnzimmer an der Wand hing. Dabei handelt es sich um ein beidseitig geschliffenes Messer, das für die Tötung von Wildschweinen gedacht sei.
»Eine besonders rohe und unbarmherzige Haltung«Das Opfer sei völlig arg- und wehrlos gewesen, sagte Özfirat. Und der Angeklagte habe »eine besonders rohe und unbarmherzige Haltung« dem Opfer gegenüber an den Tag gelegt. Er habe die Tötung als Mittel genutzt, »um seine Aggressionen über die Wohnungsräumung abzureagieren«.Nach der Tat soll der 42-Jährige nach Angaben von Özfirat laut gerufen haben: »Das war Notwehr.« Und: »Da seid ihr selber schuld!« Vorher habe er sich gegen die Zwangsräumung zunächst verbal gewehrt.









