PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBaden-WürttembergLandtagspräsident pfeift „Herrn Minister Hagel“ zurück – Plenum bricht in Gelächter ausStand: 13:54 UhrLesedauer: 2 MinutenIn Baden-Württemberg ist Neu-Minister Manuel Hagel von Landtagspräsident Thomas Strobl getadelt worden, weil dieser von der Regierungsbank aus Ministerpräsident Cem Özdemir applaudiert hatte. Applaus sei nur vom Abgeordnetensitz aus erlaubt, so Strobl. Im Plenum brach Gelächter aus.Für manche scheint in der Landesregierung von Baden‑Württemberg die neue Rolle noch ungewohnt zu sein: Im Landtag wird Innenminister Manuel Hagel direkt ermahnt, nachdem er eine ungeschriebene Regel missachtet.Ein paar Tage ist die neue Landesregierung erst im Amt – und im Stuttgarter Landtag wird noch sichtbar an der Rollenverteilung gefeilt. Besonders für den neuen Innenminister Manuel Hagel scheint der Seitenwechsel noch gewöhnungsbedürftig zu sein. Jahrelang saß er als CDU-Fraktionschef mitten unter seinen Abgeordneten. Jetzt sitzt er ein paar Meter weiter vorn auf der Regierungsbank – und dort gelten andere Benimmregeln.Denn während Abgeordnete klatschen, dazwischenrufen und auch mal hörbar stöhnen dürfen, soll die Regierung möglichst geschniegelt zuhören: freundlich nicken, still bleiben, Hände bei sich behalten. Die Verhaltensregeln des Landtags verbieten Zwischenrufe und Unmutsbekundungen aus der Ministerriege.Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenStrobl gibt sich strengDoch ausgerechnet von der ersten Regierungserklärung von Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) zeigte sich CDU-Mann Hagel so angetan, dass er begeistert Beifall spendete – von der Regierungsbank aus. Geräuschloses Regieren muss Grün-Schwarz noch lernen.Zu Applaus von Ministern ist laut Landtagsverwaltung zwar nichts schriftlich festgehalten, trotzdem rief das Klatschen Hagels prompt den neuen Landtagspräsidenten Thomas Strobl auf den Plan, der ebenfalls erst seit wenigen Tagen im neuen Amt sitzt – und direkt den strengen Sitzungsleiter gab. Strobl unterbrach die Rede des Ministerpräsidenten und maßregelte seinen Parteifreund mit trockener Präzision: „Herr Minister Hagel, ich bitte, von Unmuts- und Beifallsbekundungen seitens der Regierungsbank abzusehen.“Lesen Sie auchIm Plenarsaal brach Gelächter aus. Strobl legte noch einen nach: „Wenn Sie der nachvollziehbaren Begeisterung für die Rede des Herrn Ministerpräsidenten Ausdruck verleihen wollen, tun Sie das bitte von Ihrem Abgeordnetensitz.“Lesen Sie auchManuel Hagel war bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg Spitzenkandidat der CDU. Seine Partei unterlag knapp den Grünen um Cem Özdemir. Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegendpa/nw