Es ist der 20. Mai 2026, knapp drei Monate nach Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und Israels gegen Iran – und in Washington klingen die Worte des US-Zentralkommandeurs Admiral Brad Cooper noch tapfer: Die Vereinigten Staaten hätten „alle militärischen Ziele erreicht“. Doch im selben Anhörungssaal des Repräsentantenhauses sagt der demokratische Abgeordnete und Irak-Veteran Seth Moulton, was die Bilanz nüchterner zusammenfasst: „Es fühlt sich an, als verlören wir.“ Es gebe keinen Atomdeal, die Straße von Hormus sei nicht offen, und er wolle wissen, „wie viele weitere Amerikaner für diesen Fehler sterben sollen“.

Diese Szene markiert den Punkt, an dem ein Krieg, der laut Trump und Netanjahu Irans Atomprogramm zerstören, sein Raketenarsenal beseitigen, seine Stützung regionaler Milizen beenden und die Bedingungen für einen Sturz des Regimes schaffen sollte, in eine zähe Pattlage gerutscht ist – mit massiven Kollateralschäden für Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa.

Die Kriegsziele – und was davon übrig ist

Die Bilanz vom 18. Mai ist ernüchternd: „Wir haben das Regime nicht gestürzt – wir haben ein radikalisierteres. Wir haben Irans Raketenkapazität nicht beendet. Und sie haben immer noch das Uran“, zitiert die US-Nachrichtenagentur Reuters Danny Citrinowicz vom israelischen Institute for National Security Studies. Der Krieg habe „keinen strategischen K.o. geliefert“. Iran verfüge weiter über rund 440 Kilogramm hoch angereichertes Uran, kontrolliere weiterhin den Zugang zur Straße von Hormus und habe trotz tausender Toter im eigenen Land kein organisiertes Oppositionsbündnis hervorgebracht.