Der Tourist aus Spanien war am Holocaust-Mahnmal unterwegs. Als er das Stelenfeld verließ, stürzte sich ein Mann auf ihn und stach ihm von hinten ein Messer in den Hals. Der Täter, ein 19-jähriger Syrer, hatte an dem Gedenkort Juden vermutet. Nach Überzeugung des Gerichts wollte er einen Menschen jüdischen Glaubens töten. Das war das Motiv des Islamisten, der die Ideologie der Terrormiliz IS teilt. Der Angegriffene überlebte, weil sofort ein Notarzt zur Stelle war. Das Berliner Kammergericht verurteilte den Angreifer im März dieses Jahres zu 13 Jahren Haft.

Der Fall vom Februar 2025 ist ein krasses Beispiel dafür, wohin Judenhass führen kann. Neben diesem versuchten Mord gab es noch 39 weitere antisemitisch motivierte körperliche Angriffe. In mehreren Fällen schlugen die Angreifer den Betroffenen mit der Faust ins Gesicht. Andere wurden ebenfalls geschlagen, geschubst, angespuckt. Es wurden Kleidungsstücke oder Schmuck vom Körper gerissen. In einem Fall wurde einer als „Jude“ beschimpften Person Reizgas ins Gesicht gesprüht.

Insgesamt wurden 2025 weniger körperliche Angriffe als 2024 verzeichnet. Damals wurden 53 gezählt. Dennoch ist die Zahl im Vergleich zu früheren Jahren hoch. Wie sich die antisemitischen Vorfälle im Jahr 2025 in Berlin entwickelten, zeigte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) am Mittwoch auf.