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Der Soziologe Holger Lengfeld untersucht an der Universität Leipzig die Abstiegsangst der Deutschen. Von früheren Werten sind Menschen im Land laut ihm meilenweit entfernt – trotz Inflation, steigender Arbeitslosenzahlen und dem Gefühl, dass vieles im Land nicht mehr funktioniert.
DIE ZEIT: Die Mieten zu hoch, das Eigenheim unerreichbar, der Urlaub nicht mehr bezahlbar, so viele Menschen klagen. Haben die Deutschen zurzeit besonders viel Angst vor dem Abstieg?
Holger Lengfeld: Es bedeutet noch keine Abstiegsangst, wenn man sich den Urlaub mal nicht leisten kann. Da geht es um mehr: um die Angst, seinen Status zu verlieren. Mieten steigen, das ist ärgerlich, aber die meisten von uns rechnen mittlerweile damit. Die Löhne steigen ebenfalls, wenn auch nicht immer im gleichen Umfang. Man muss also woanders ein bisschen was abknapsen. Das bedeutet aber meist noch keinen Abstieg.









