Bei der 22. Auflage der Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel" haben vom 8. bis 10. Mai 2026 in Sachsen 2.996 Teilnehmende in 2.021 Gärten insgesamt 65.349 Vögel erfasst. Das teilte der NABU Sachsen am 19. Mai mit.

Häufigste Art blieb der Haussperling, gefolgt von Star, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Mauersegler. Bei den Sperlingen setzt sich der negative Trend der vergangenen Jahre jedoch fort: Der Haussperling lag um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert, der Feldsperling um zwölf Prozent.

Dass der Haussperling dennoch auf Rang eins steht, sei kein Anlass zur Entwarnung, betont der Verband. Spatzen träten oft in Gruppen auf und blieben deshalb in Zählungen lange auffällig, auch wenn ihre Bestände sänken. „Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für den Zustand unserer Dörfer, Städte und der Landschaft", sagt Maria Vlaic, Vorsitzende des NABU Sachsen.

Es brauche mehr Nistplätze an Gebäuden, geschützte Hecken, entsiegelte Flächen und eine vielfältigere Landwirtschaft, damit Vögel Brut aufziehen, Nahrung finden und sich vor Feinden schützen könnten. Besonders dramatisch fällt das Ergebnis bei bodenbrütenden Arten der Agrarlandschaft aus. In ganz Sachsen wurde nur ein einziger Kiebitz gesichtet, der diesjährige Vogel des Jahres – das Rebhuhn – überhaupt nicht. Die Naturschützer des NABU führt dies auf den Verlust von Hecken, Feuchtgebieten, Wiesen und Insekten zurück.