Der russische Rubel hat sich seit Ende März überraschend stark erholt. Noch am 20. März hatte der Dollarkurs laut Daten der russischen Zentralbank zeitweise fast 85 Rubel erreicht. Aktuell kostet er wieder rund 72 Rubel (Stand Dienstagnachmittag) – eine Aufwertung der russischen Währung um fast 15 Prozent binnen zwei Monaten. Bloomberg bezeichnet den Rubel deshalb aktuell als die weltweit am stärksten zulegende Währung gegenüber dem Dollar.Das wirkt auf den ersten Blick paradox. Russland steht weiterhin unter massiven Sanktionen, führt Krieg gegen die Ukraine und kämpft gleichzeitig mit hoher Inflation, Arbeitskräftemangel und den Folgen seiner Kriegswirtschaft. Warum wird der Rubel trotzdem stärker?
Iran-Krieg treibt Ölpreise nach oben und stärkt den Rubel
Ein zentraler Grund liegt im Krieg im Nahen Osten. Die Unsicherheit rund um den Iran und die Straße von Hormus ließ die Ölpreise zuletzt stark steigen – und erhöhte damit auch Russlands Einnahmen aus dem Energieexport.
Der Preis für russisches Urals-Öl sprang im März von rund 44,6 auf 77 Dollar pro Barrel und lag im April zeitweise sogar bei fast 95 Dollar. Zeitweise stieg der Ölpreis an den internationalen Märkten zuletzt sogar auf mehr als 110 Dollar pro Barrel.













