Kultur möglichst ohne Staat: Wenn Museen zu Investmentbanken werden

Das Frankfurter Städel Museum will sich von Politik und öffentlichen Geldern finanziell unabhängig machen. Das Modell Endowment Museum ist ambivalent.

Die Erweiterung des Städel Museums mit ihren Bullaugen wurde mit 26 von 52 Millionen Euro Kosten privat finanziert, hier 2010 im Bau

Arne Dedert/picture alliance

Das Frankfurter Städel Museum will unabhängig sein. Von der Politik, von öffentlicher Förderung. Und es geht dafür einen neuen Weg. Das Kunstmuseum will seine Finanzierung über den Aufbau eines sogenannten Endowments in einem eigenen Futur Funds langfristig sichern. Die Idee hinter einem solchen Endowment, also einer „finanziellen Ausstattung“, für deren Rechtsform aus dem Angelsächsischen es im Deutschen noch keinen Fachbegriff gibt, ist simpel. Es wird ein Kapitalstock aufgebaut, der nicht das Museum direkt finanziert, sondern an den Finanzmärkten investiert wird. Die dabei entstehenden Kapitalerträge kann das Museum als zusätzliche Einnahmequelle verwenden.